Fachhochschule Nordwestschweiz
Regierungsrate tüfteln vor, was ihnen Primarschüler bald nachmachen werden

Drei Wochen, bevor der Fachhochschule-Campus in Brugg-Windisch bezogen wird, lockte er vier Bildungsdirektoren in den Aargau. Präsentiert wurde das «MobiLab», eine neue Form von Partnerschaft zwischen Schule und Wirtschaft, unterstützt von Privaten.

Hans Fahrländer
Drucken
Teilen
Primarschüler sollen chemische Experimente ausprobieren
11 Bilder
Dutzende Experimente warten in Schachteln darauf, ausprobiert zu werden
Die Bildungsdirektoren packen gleich selbst mit an
Das Mikroskop erschliesst für die Lernbegierigen eine neue Welt
Das MobiLab soll Kindern die Naturwissenschaften näher vermitteln
Einweihung des mobilen Experimentenlabors an der FHNW (1)
Einweihung des mobilen Experimentenlabors an der FHNW (2)
Einweihung des mobilen Experimentenlabors an der FHNW (3)
Die Initianten und Gönner des Projektes MobiLab
Die Bildungsdirektoren der teilnehmenden Kantone und Verantwortlicher der FHNW, Bergamanschi
Bruno Biberstein (links) ist Präsident des Vereins MobiLab und sichtlich erfreut

Primarschüler sollen chemische Experimente ausprobieren

Tim Honegger

In der Schweiz entscheiden sich zu wenig junge Leute für naturwissenschaftliche und technische Berufe. Wer das ändern will, darf nicht erst bei Jugendlichen einsetzen, sondern muss schon Kinder neugierig machen. Diesem Ziel dient das MobiLab, ein Kleinlastwagen, der Material für über 120 physikalische, chemische und technische Experimente aus den Gebieten Luft, Wasser, Optik, Schall, Stoffeigenschaften, Elektrizität, Magnetismus und Mikroskopieren mitführt. Das mobile Labor kann von Lehrerinnen und Lehrern der
4. bis 6. Klassen für einen halben bis zwei Tage angefordert werden. Im Visier sind also 9- bis 12-Jährige.

Auf Initiative der Erziehungsräte Betty Schaardt (Widen) und Robert Vogler (Baden) konstituierte sich 2011 ein privater Verein «MobiLab». Zum Präsidenten wurde Bruno Biberstein (Aarau), früherer Generalsekretär des Bildungsdepartements, gewählt, zum Projektleiter Professor Peter Labudde, Leiter des Zentrums für Naturwissenschafts- und Technikdidaktik der Pädagogischen Hochschule (PH) Nordwestschweiz. Im Verein engagierten sich auch der Lehrerdachverband, der Verband der Schulpflegepräsidenten und die Aargauische Industrie- und Handelskammer.

Experiment auf acht Jahre ausgelegt

Mit der Einbindung der Fachhochschule weitete sich das Experiment MobiLab vom Aargau auf die gesamte Nordwestschweiz aus. Der Verein gewann rund ein Dutzend Unternehmungen als Sponsoren (Biberstein: «Wir sagen lieber Gönner, das tönt weniger verdächtig!»). Mit dabei bei den Geldgebern ist auch Swissmem, der Verband der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, und das Paul-Scherrer-Institut, das zum ETH-Bereich gehört.

Als einziger öffentlicher Geldgeber firmiert der Kanton Aargau – via den Swisslos-Fonds. «Ich werde nun meine Kollegen aus Solothurn und beiden Basel überzeugen, dass sie nachziehen», sagte Bildungsdirektor Alex Hürzeler an der Einweihungsfeier. Sein Baselbieter Kollege Urs Wüthrich dankte namens der Nordwestschweizer Regierungskonferenz (seit wenigen Tagen vertritt der neu gewählte Bildungsdirektor Remo Ankli den Kanton Solothurn) allen Beteiligten. Projektleiter Labudde betonte, das MobiLab habe nicht nur die Kinder als Zielpublikum, sondern ebenso ihre Lehrkräfte. Wer das MobiLab mieten will, muss einen Grundkurs besuchen – der auch allen Studierenden an der PH vermittelt wird.

Das Experiment ist vorerst auf acht Jahre ausgelegt. Präsident Biberstein mit vorsichtigem Optimismus: «Es besteht die Hoffnung, dass der Betrieb des MobiLab später von den vier Kantonen übernommen wird.»

Aktuelle Nachrichten