Schulanfang
Regierungsrat Urs Hofmann und Co. an ihrem ersten Schultag

Den ersten Schultag im Leben ist ein spezielles Ereignis. Für den Schulanfang am Montag haben prominente Aargauer in ihrem Fotoalbum gekramt und ihr erstes Schulfoto hervorgeholt.

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Prominente Aargauer an ihrem ersten Schultag
7 Bilder
Sina an ihrem ersten Schultag.
Tinu Heiniger an seinem ersten Schultag.
Andreas Glarner an seinem ersten Schultag.
Vreni Friker an ihrem ersten Schultag.
Swen König an seinem ersten Schultag.
Madeleine Schuppli an ihrem ersten Schultag.

Prominente Aargauer an ihrem ersten Schultag

Zur Verfügung gestellt

Urs Hofmann, Regierungsrat, wohnt in Aarau, eingeschult am 29. April 1963 in Aarau, über seinen ersten Schultag: «Von meinem ersten Schultag ist mir nur der morgendliche Gang zum Fotografen in Erinnerung geblieben. Ein halbes Jahr besuchte ich die erste Klasse bei Fräulein John im Pestalozzischulhaus, dann wechselten wir ins neue Aareschulhaus im Scheibenschachen. Tellistrasse, Laurenzenvorstadt, Bahnhofstrasse - damals auch für einen Erstklässler noch kein Problem. Mit Lesen hatte ich einige Mühe: Die Buchstaben, die ich vor der ganzen Klasse von der Tafel stammelte, sind mir in unguter Erinnerung geblieben. Ebenso das Nachsitzen, wenn ich meine vom Füllfederhalter tintenfarbenen Hände schrubben musste. Ich brauchte etwas Zeit, um mich an die Schule zu gewöhnen. Dank intensiver Betreuung durch meine Mutter ist es mir dann doch noch gelungen.»

Sina, Mundartsängerin, wohnt in Fahrwangen, eingeschult vor 40 Jahren in Salgesch VS: «Seit meinem ersten Schultag liebe ich den Geruch von gebohnerten Schulhausböden. Dieser Duft gehörte für mich zur Schule, wie der Klang der hellen Pausenglocke. Wir mussten uns als Erstes mit Namen vorstellen. Ein anderes Mädchen hiess wie ich, das fand ich doof. Ich ging gern zur Schule, Hausaufgaben aber waren mir zuwider. Als wir zu Hause unsere Schiefertafel mit der Zahl «2» füllen sollten, habe ich die Zweien dermassen nachlässig auf die Tafel geschludert, dass ich zur Strafe beide Seiten in Schönschrift nochmals beschreiben musste. Solche und andere Geschichten bekam meine Familie einmal die Woche direkt von meiner Lehrerin zu hören. Sie war die Freundin meines Onkels und ass bei uns zu Mittag.»

Tinu Heiniger, Liedermacher, wohnt in Schöftland, eingeschult 1953 in Langnau im Emmental: «Ich weiss noch, wie ich mich bereits seit Monaten auf den ersten Schultag gefreut habe. Mein zwei Jahre älterer Bruder Ueli kam damals in die 3. Klasse. Was er an Hausaufgaben in den ersten zwei Schuljahren zu erledigen hatte, das wusste ich alles haargenau. So konnte ich bereits vor Schulbeginn lesen und schreiben. Nicht weil ich etwa frühreif gewesen wäre, sondern wegen meines Interesses an der Welt und vor allem an der Sprache. Ich war den meisten meiner 37 Mitschüler und Mitschülerinnen in den ersten Schuljahren dann auch oft einen Schritt voraus. Ich prügelte mich zwar mit jenen Buben, die mehr Mühe hatten mit Lesen und Schreiben, wurde aber von der alten Lehrerin Fräulein Liechti bei meiner Mutter als aufgeweckt und gescheit gerühmt. Vielleicht war das die Grundlage, dass ich mir in meinem Leben immer viel zugetraut habe. Ob meine Mutter am ersten Schultag mitgekommen ist, weiss ich nicht mehr. Vielleicht taten dies die Mütter in den fünfziger Jahren gar nicht. Aber dass ich mich auch so auf den Schulbeginn gefreut habe, mindestens so stark, wie später auf das Schulfest oder auf die Schulreise, das weiss ich noch ganz genau.»

Andreas Glarner, Grossrat, lebt in Oberwil-Lieli, eingeschult vor 44 Jahren in Glarus: «Im April 1969 war es so weit - ich wurde in Glarus eingeschult. An meinen ersten Schultag erinnere ich mich gut, denn es war ein besonderer Moment: Endlich durfte auch ich in das Schulhaus, in das meine beiden älteren Schwestern schon länger zur Schule gingen. Meine Lehrerin war eine ältliche Dame und wurde trotzdem Fräulein Hofmann genannt. Sie vermittelte uns mit Strenge die ersten Kenntnisse. Das Schreiben auf den Schiefertafeln fiel mir als Linkshänder schwer, da ich das Geschriebene fortwährend wieder verschmierte.»

Vreni Friker-Kaspar, Grossratspräsidentin, wohnt in Oberentfelden, eingeschult vor 45 Jahren in Schlieren: «Mein erster Schultag war am 22. April 1968. Ich erinnere mich sehr gut, wie ich in Begleitung meiner Mutter ins Schulhaus Hofacker in Schlieren marschiert bin. Meine erste Lehrerin hiess Ursula Capol. Wir waren damals 32 Kinder in der Klasse. Ich liebte den Setzkasten! Ich war fasziniert, Wörter aus einzelnen Buchstaben zusammenzufügen! Die bunten Rechenstäbchen in den Farben rot, gelb, blau und grün gefielen mir allerdings weniger. In bester Erinnerung habe ich den Duft von frisch gespitzten Blei- und Farbstiften. Ich konnte nie gut zeichnen. Das Malen mit Ölkreide jedoch mochte ich sehr.»

Swen König, Torhüter des FC Aarau, wohnt in Hunzenschwil, eingeschult 1992 in Rupperswil: «Da ich schon zwei Jahre den Kindergarten in Rupperswil besuchte, war mir mein Schulweg bekannt. Und auch die meisten meiner Chindzgi-Gspändli traten mit mir in die Schule ein. Jedoch war das grosse Schulhaus schon etwas imposanter als der Kindergarten. Natürlich war ich sehr aufgeregt. Durch meinen drei Jahre älteren Bruder Raphael hatte ich schon einige Infos zur Schule und auf dem Pausenplatz durch ihn auch eine gewisse Rückendeckung. Wenn ich mich richtig erinnere, hatten wir am ersten Schultag einen sogenannten «Götti». Das war ein Schüler aus einer oberen Schulstufe, der mich die ersten Stunden begleitete. Die Lehrerin, Frau Fasel, war sehr sympathisch und zugänglich. Und natürlich wurde in der ersten grossen Pause sofort Fussball gespielt.»

Madeleine Schuppli, Direktorin des Aargauer Kunsthauses, wohnt in Aarau und Zürich, eingeschult vor 41 Jahren in Zollikon: «An meinen ersten Schultag kann ich mich nur vage erinnern. Meine Mutter begleitete mich. Jedes Kind bekam ein grosses Namensschild aufs Pult und das Klassenzimmer war sehr voll mit all den Müttern und Erstklässlern. Schwer beeindruckt war ich vom Schulhaus, dessen endlosen Gänge und breiten Treppen mir riesig vorkamen. Der Frühling 1972 war insgesamt eine aufregende Zeit für mich, denn kurz vor meinem Schulanfang war unsere Familie auch noch umgezogen und ich durfte mein erstes eigenes Zimmer beziehen.
Wichtig war stets auch der Schulweg, der recht lang war und manches Abenteuer für mich bereithielt. Meine Freude an der Schule entwickelte sich aber erst mit der Zeit, doch irgendwann fühlte ich mich so wohl, dass ich mich nach den Ferien jeweils freute, wieder in die Schule zu gehen - weniger wegen der «Mathi», sondern vor allem wegen der anderen Kinder.»

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