FDP-Parteitag

Regierungsrat Stephan Attiger an FDP-Parteitag für dritte Amtszeit nominiert

An ihrem ersten Parteitag seit der Coronakrise nominiert die FDP Aargau Stephan Attiger für eine dritte Amtsperiode. Mit der unbestrittenen Nomination zollt ihm die Partei für seine bisherigen Meilensteine Tribut. Gleichzeitig verabschiedeten die in Zofingen anwesenden Mitglieder auch ihre früheren Parlamentarier Corina Eichenberger und Philipp Müller.

Die Traktandenliste der FDP Aargau am ersten Parteitag seit Ausbruch der Coronakrise war reichlich beladen – kein Wunder, hat sich doch einiges aufgestaut. Höhepunkt des Parteitags in Zofingen war die Nomination von Bau- und Energiedirektor Stephan Attiger für eine dritte Amtsperiode. Seine Nomination war völlig unbestritten. Parteipräsident Lukas Pfisterer listete Attigers Meriten sowie einige seiner Baustellen auf.

Die Zusammenarbeit mit ihm sei gut, man könne sehr gut mit ihm streiten, er verfüge über eine enorme Schaffenskraft. Auch die Zeit nach dem abrupten Abgang von Franziska Roth habe Attiger gut gemeistert. Pfisterer sagte: «Man merkte nicht, dass er nicht schon ewig Gesundheitsdirektor ist. Im Grossen Rat bekam er für diese Arbeit gar stehenden Applaus.» Attiger selbst fügte dazu an: «An jenem Mittwoch habe ich morgens um 11 Uhr erfahren, dass ich ab 14 Uhr Gesundheitsdirektor bin.» Dieses Zusatzamt konnte er nach der Wahl von Jean-Pierre Gallati zum Gesundheitsdirektor im Herbst 2019 bekanntlich wieder abgeben.

Er möchte in der Regierung weiter bürgerliche Umweltpolitik betreiben, sagte Attiger zur Motivation für die erneute Kandidatur. Er wolle solange bleiben, bis er weniger Spatenstiche machen könne. Die Parteitagsteilnehmenden portierten ihn ohne Diskussion mit Applaus. Damit sind bereits zwei amtierende Regierungsräte für eine nächste Amtszeit nominiert, nämlich Markus Dieth und Stephan Attiger. Die SVP nominiert ihre beiden Regierungsräte später. Im Rennen sind auch bereits Dieter Egli (SP, er will den Sitz des nicht mehr antretenden Urs Hofmann verteidigen) und Christiane Guyer (Grüne). Sie will einen SVP-Sitz schnappen.

Lob von Karin Keller-Sutter für Corina Eichenberger

Philipp Müller ist im letzten Herbst nicht mehr als Ständerat angetreten, Corina Eichenberger nicht mehr als Nationalrätin. Beide hätten im Frühling verabschiedet werden sollen. Das ging wegen Corona nicht. Nun wurde es nachgeholt. Sabina Freiermuth, Fraktionspräsidentin im Grossen Rat, erinnerte daran, dass Eichenberger einst erste FDP-Fraktionspräsidentin war. Sie würdigte Eichenbergers politische Arbeit, die diese mit viel Herzblut erbracht habe. Dabei habe sie nie abgehoben, sei immer Mensch geblieben.

Die frühere Kantonalpräsidentin Doris Fischer-Taeschler sprach per Videobotschaft über die gemeinsame Freundschaft: «Wir gingen durch dick und dünn und sind auch heute noch befreundet. Corina soll bleiben, wie sie ist.» Höchstes Lob gab es per Video auch von FDP-Bundesrätin Karin Keller-Sutter. Corina Eichenberger sei eine klassische, unaufgeregte, nüchterne Freisinnige. Sie denke nach, bevor sie spreche, und sei ein grosse Vorbild, adelte die Magistratin Eichenberger.

Stehende Ovation für Eichenberger und Müller

Sowohl der sichtlich gerührten Corina Eichenberger wie auch Philipp Müller dankten die Teilnehmenden mit einer stehenden Ovation. Müller wurde von seinem Nachfolger im Ständerat, Thierry Burkart, verabschiedet. Burkart bezeichnete Müller als Chrampfer, als authentischen Wynentaler, und als Verkäufer aus Leidenschaft. Kennengelernt hat er Müller 1999, als dieser für seine 18-Prozent- Initiative kämpfte (wo Müller am Schluss verlor).

Schnell habe er gemerkt: «In Bezug auf Zahlen kann man ihm nichts vormachen», sagte Burkart. In Bern spielte Müller eine zentrale Rolle in der Migrations-, aber auch in der Steuer- und Wirtschaftspolitik. Für noch mehr Schlagzeilen sorgte Müller, als er – mittlerweile FDP-Schweiz-Präsident – einen namentlich nicht genannten Manager mit horrendem Lohn öffentlich als «Arschloch» titulierte. Müller habe das Profil der FDP gestärkt «als das einer eigenständigen Partei mit Ecken und Kanten», so Burkart.

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