Bienensterben
Regierungsrat ist besorgt: Aargauer Volk muss sich fürs Bienenvolk einsetzen

Das Bienenvölkersterben reisst nicht ab. Der Kanton will nun mit Hilfe verschiedener Projekte das Aargauer Volk besser aufklären. Damit soll die Situation der Honigbiene deutlich verbessert werden. Ziel ist mehr Natur auch in Siedlungsräumen.

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Die Honigbiene ist bedroht

Die Honigbiene ist bedroht

Keystone

Der Honigbiene geht es schlecht. Im vergangenen Winter sind gesamtschweizerisch fast die Hälfte aller Bienenvölker eingegangen. Schuld am Bienensterben ist vor allem asiatische die Varroa-Milbe, die Seuchen verbreitet und sich schon in den Bienenlarven einnistet.

Aber eben nicht nur: Die Schweizer Bevölkerung trägt zur bienenfeindlichen Umgebung massgeblich bei. Monokulturen in der Landwirtschaft, Pestizide, frühes und häufiges Mähen der sowieso nicht mehr artenreichen Wiesen. Auch die Entwicklung in den Privatgärten, die immer mehr zu blumenlosen Designergärten werden. Die Bienen hungern - und eine Fütterung mit Zuckersirup ist keine Lösung.

CVP-Grossrätin Alexandra Abbt (Islisberg) hat ein Postulat eingereicht zu diesem Thema. Die Regierung soll prüfen, was sie tut, um die Situation der Biene im Sinne von grösserer Biodiversität zu vebessern. Landwirte, Gemeinden und die allgemeine Bevölkerung müssen sensibilisiert und umfassend informiert werden. Drei Monate später hat der Regierungsrat das Postulat nun angenommen. Er zeige sich besorgt und würde sich für die Natur und Bienen einsetzen mit vielfältigen Projekten. Neue sollen bald dazukommen.

«Natur 2020» auch was für die Honigbiene

Im Rahmen des Projektes «Natur 2020» soll das ökologische Potenzial im Siedlungsraum vergrössert werden. Der Kanton entwickelt zusammen mit «Jardin Suisse Aargau» verschiedene Naturgartenelemente. Spezielle Sitzplätze, Flachdächer und Sträucherpflanzungn sollen viefältigere Bienenweide bieten.

In mehreren Pilotgemeinden wird versucht, mehr Naturnähe in den Siedlungsraum zu bringen. Die Gemeinden müssen eine bestimmte Anzahl von Aktionen umsetzen, beispielsweise die Umgestaltung öffentlicher und privater Grünräume in naturnahe Flächen, vermehrte Begrünung von Flachdächern und Fassaden oder Auszeichnung naturnaher Hausgärten.

Dazu kommt die Beteilligung an der neu eröffneten Umweltarena in Spreitenbach. Zwar gibt der Regierungsrat zu, dass der Kanton bis jetzt nicht speziell die Förderung der Honigbiene im Fokus gehabt hat, aber im Programm «Natur 2020» wollen sie die Bedeutung und Dringlichkeit der Massnahmen für die Honigbiene noch stärker berücksichtigen.

Aktuell läuft im Kino der Dokumentarfilm «More than Honey» von Schweizer Regisseur Markus Imhoof. Er zeigt den hohen Stellenwert der Biene im Ökogefüge und bietet atemberaubende Bilder. (msu)