Herr Hürzeler, der Kanton muss sparen, dennoch wird der Beitrag für den Forschungsfonds auf 1,4 Millionen Franken erhöht. Warum?

Alex Hürzeler: Insgesamt wurde beim Hightech Zentrum ebenfalls gespart. Beim Forschungsfonds hat der Grosse Rat hingegen die Gelder aus Überzeugung von 1 auf 1,4 Millionen Franken aufgestockt, weil damit die Innovation gezielt und direkt gefördert wird. Die Resultate sind sehr gut, die Erfolgsquote liegt bei 60 Prozent.

Eines der Ziele des Forschungsfonds: Den Kanton als Standort attraktiver machen und Unternehmen anlocken. Ist das realistisch?

Diese Unterstützung ist sicher ein wichtiger, aber nicht der einzige Faktor, damit ein Unternehmen in den Aargau kommt. Wie gross der Einfluss ist, lässt sich nicht genau beziffern, fest steht aber: Ohne den Fonds wäre es sicher schlechter. Andere Standorte im In- und Ausland werben ebenfalls für sich. Im Aargau läuft die Förderung mit wenig Geld. Verglichen damit, was andere Kantone in die Wirtschafts- und Standortförderung investieren, handelt es sich bei den 1,4 Millionen Franken um einen eher bescheidenen Betrag.

Dennoch wird – insbesondere aus Ihrer Partei – immer wieder Kritik am Hightech Zentrum laut. Gleichzeitig dürfte der Spardruck nicht so schnell nachlassen. Rechnen Sie mit weiteren politischen Angriffen?

Die Wirtschaft erholt sich leicht, aber das strukturelle Defizit bleibt. Ohne Sparen lässt sich dieses nicht korrigieren. Ich rechne aber damit, dass der Fokus dabei weiterhin unter anderem auf dem Gesundheitswesen liegt, bei dem das grösste Ausgabenwachstum zu verzeichnen ist.

Die Medienkonferenz fand in Stetten bei der Birchmeier Sprühtechnik AG statt, die ein Förderprojekt mit Erfolg umgesetzt hat. Wie schätzen Sie deren Leistung ein?

Als Bauernsohn kenne ich deren Produkte schon seit meiner Kindheit. Mich beeindruckt besonders, dass die Firma weltweit in über 40 Länder exportiert, in ihrer Branche zu den führenden Marken zählt – und dies alles «Made im Aargau». Das Beispiel zeigt, dass auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Entwicklung von Hightech-Produkten mithalten können.

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