Möhlin
Regierungsrat Brogli warnt vor Bienensterben

Die 1276 Imker im Kanton Aargau starten ins Bienenjahr 2013. Mit Optimismus, aber auch mit Sorge, wie an der Delegiertenversammlung des Verbandes Aargauischer Bienenzüchtervereine sehr deutlich zu hören war.

Hans Christof Wagner
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Fritz Imhof, Präsident des Verbands (Mitte), ernennt Kurt Wildi (links) und Alois Huber zu Ehrenmitgliedern. hcw

Fritz Imhof, Präsident des Verbands (Mitte), ernennt Kurt Wildi (links) und Alois Huber zu Ehrenmitgliedern. hcw

«Man redet wieder über die Biene», sagte Regierungsrat Roland Brogli vor den rund 50 Delegierten in der Aula des Schulhauses Storebode.

Brogli spielte auf den Erfolg von «More than honey» an, des im August 2012 erstmals aufgeführten Dokumentarfilms des Schweizer Regisseurs Markus Imhoof.

Die Biene nehme im Zusammenspiel zwischen Ökonomie und Ökologie die entscheidende Rolle ein und sichere einen Grossteil der Welternährung ab, sagte Brogli.

Die Ursachen des massiven und weltweiten Bienensterbens lägen noch im Dunkeln. Dennoch müsse dringend etwas dagegen unternommen werden. Der Kanton ist Brogli zufolge mit dem Projekt einer Fachstelle hier auch aktiv.

«Erfreulich ist, dass die Mitgliederzahl gleich geblieben ist», sagte Präsident Fritz Imhof. 1276 Imker und 9575 Bienenvölker gibt es im Kanton.

Ging der Mitgliederstand mit zwei nur leicht nach unten, galt es den schmerzlichen Verlust von 830 Bienenvölkern zu verkraften. «Die grosse Abnahme der Bienenvölker ist auf das massive Völkersterben im Winter 2011/12 zurückzuführen», teilte Imhof mit.

Positiv stimmte Imhof, dass es 2012 im Aargau in Obstplantagen nur vereinzelt zum Einsatz des Anti-Feuerbrand-Wirkstoffs Streptomycin gekommen ist. Und dass in keiner Honigprobe Rückstände des Antibiotikums nachgewiesen wurden.

Das Interesse an den Bienen und der Imkerei ist gross. Das spürt der Verband auch an den Zugriffszahlen auf seine Internetseite, die zudem 2012 Opfer eines Hackerangriffs wurde.

Die Delegierten stimmten zu, für die Aktualisierung und Pflege der Seite jährlich 1000 Franken zurückzustellen. Sie sprachen auch 3000 Franken für einen Stand auf der Aargauischen Landwirtschaftlichen Ausstellung (ALA) in Lenzburg im August.

Das Budget 2013 stellte Paul Gemperle vor. Es beläuft sich auf rund 40 000 Franken. Der Zustupf des Kantons mit 15 000 Franken ist bei den Einnahmen der zweitgrösste Posten.

Neue Ehrenmitglieder ernannt

Applaus gab es für die neuen Ehrenmitglieder, Kurt Wildi und Alois Huber. Wildi war im Kantonalverband zunächst Finanzchef, schliesslich Vizepräsident.

2005 wurde er kantonaler Bieneninspektor, ein Amt, das er bis Ende 2012 ausübte. Ehrenpräsident Pius Birri würdigte Wildi in seiner Laudatio als loyal, zuverlässig und pflichtbewusst.

Huber gibt seit 1997 sein Wissen in Grundkursen an Jungimker weiter. Seit 2007 ist er Rechnungsrevisor. «Ich bin total überrascht über diese Auszeichnung», sagte Huber nach Übergabe der Urkunde.

Robert Bieber, Vizepräsident des Vereins deutschschweizerischer und rätoromanischer Bienenfreunde, informierte die Delegierten über das Vorhaben der EU, drei Pestizide zu verbieten, die unter Verdacht stehen, für den Massentod von Bienen verantwortlich zu sein: Neonicotinoide. Man verfolge diesen Vorstoss genau.

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