Wahlen 2019

Regierungs- und Ständeratswahlen: Glarner verzichtet, Burkart mahnt

Jeanine Glarner winkt am Sonntag – nun wirkt die Geste wie ein Symbol für den Abschied aus dem Wahlkampf.

Jeanine Glarner winkt am Sonntag – nun wirkt die Geste wie ein Symbol für den Abschied aus dem Wahlkampf.

Regierungsrats-Entscheidung ohne FDP, Ständerats-Rennen mit FDP-Favorit.

Am Dienstagabend trafen sich die Aargauer Freisinnigen zum Parteitag in Bergdietikon. Auf der Traktandenliste standen: Diskussion und allfällige Nomination für den zweiten Wahlgang der Stände- und Regierungsratswahlen. Dass die FDP am 24. November mit Thierry Burkart zur Ausmarchung um die zwei Sitze im Stöckli antreten würde, war schon am Wahlsonntag klar: Burkart hatte das beste Ergebnis erzielt, seine Nomination am Parteitag war Formsache.

In einem Wahlaufruf hielt der Nationalrat fest: «Auch wenn die Ausgangslage sehr gut ist: Gewonnen ist noch nichts. Die anderen Kandidierenden und deren Parteien werden uns nichts schenken.» Für den anstehende «Hosenlupf» übergab FDP-Präsident Lukas Pfisterer dem grossen Schwingerfan Burkart eine Schwingerhose.

Auch die Frage, ob Jeanine Glarner für die Freisinnigen im zweiten Regierungsrats-Wahlgang nochmals antreten würde, klärte sich vor dem Parteitag. Am Dienstagmorgen verschickte die FDP Aargau eine Mitteilung, in der sie den Verzicht ihrer Kandidatin bekannt gab.

Jeanine Glarner habe sich nach einer «sorgfältigen Analyse» dazu entschieden, beim zweiten Wahlgang nicht mehr anzutreten, schreibt die Aargauer FDP zwei Tage nach den Wahlen in einer Mitteilung.

Glarner erreichte im ersten Wahlgang mit knapp 28'000 oder 15,3 Prozent der Stimmen das drittbeste Resultat hinter Jean-Pierre Gallati (SVP) und Yvonne Feri (SP). Die 35-Jährige äussert sich auf ihrer Homepage zu ihrem Entscheid: «Das ist für eine aussichtsreiche, erfolgsversprechende Ausgangslage für den 2. Wahlgang klar zu wenig.» Als klar bürgerliche Kandidatin rechts der Mitte sei sie die bürgerliche Alternative zum SVP-Kandidaten Jean-Pierre Gallati gewesen, schreibt Glarner. «Die SVP, die unserem Kanton ein riesiges Fiasko beschert hat, wurde für dieses bei den Regierungsratswahlen nicht abgestraft. Dies wäre aber meine einzige Chance gewesen.»

Die Geschäftsleitung der Aargauer FDP bedauert den Entscheid ihrer Kandidatin. Glarner habe im ersten Wahlgang ein gutes Ergebnis erzielt. «Sie brachte mit ihrer politischen und beruflichen Erfahrung die Voraussetzungen für das Amt mit und wurde von der Parteibasis getragen», heisst es in der Mitteilung weiter.

SVP-Kandidat Jean-Pierre Gallati hat im Rennen um den Regierungsratssitz mit fast 64'000 Stimmen klar die Nase vorn und wird wohl auch im zweiten Wahlgang noch einmal antreten, wie SVP-Präsident Thomas Burgherr gegenüber der AZ bestätigte. Wer von den übrigen Kandidaten weiter um den freien Sitz kämpfen will, ist noch nicht bekannt.

Glarner war mit 35 Jahren mit Abstand die jüngste der Kandidierenden. Seit zweieinhalb Jahren ist sie beim Schweizerischen Ärzteverband in Bern in der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Seit 2012 sitzt sie für die FDP im Grossen Rat. Und dort will sie auch bleiben. «Die Wahlergebnisse sind mir Motivation genug, mich weiterhin als Gemeinderätin für Möriken-Wildegg und als Grossrätin für den Kanton Aargau zu engagieren», schreibt Glarner. (sam/fh)

Da gab sie sich noch kämpferisch – die Regierungsratskandidaten im TV-Talk am Wahlsonntag:

Aargauer Regierungsrats-Talk
"Bis jetzt bin ich zufrieden"

«Bis jetzt bin ich zufrieden»: Entspannt wartete Jeanine Glarner von der FDP am Sonntag die definitiven Resultate ab.

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