«Der Trend zu Solarstromanlagen auf Privathäusern und Gemeindeliegenschaften ist ungebrochen», heisst es im Geschäftsbericht der AEW Energie AG. Immer mehr Sonnenergie werde dezentral produziert und ins Stromnetz eingespeist. Wenn es um Bewilligungen für solche Anlagen geht, gibt es laut einem Vorstoss aus der Jugendsession allerdings Schwierigkeiten. Das Postulat forderte eine einheitliche Bewilligungspraxis für Solaranlagen. Vorgeschlagen wurden eine standardisierte Bau- und Nutzungsordnung für alle Gemeinden oder kantonale Richtlinien zur Bewilligung.

In ihrer Antwort hält die Regierung fest, heute dürften Solaranlagen auf 87 Prozent der Gebäude im Aargau ohne Bewilligung installiert werden. Konflikte gibt es allenfalls in Ortszentren oder auf geschützten Objekten. Diese Dachflächen seien im Vergleich zur Gesamtzahl der übrigen Gebäude im Kanton aber klein. Der Schwerpunkt für Solaranlagen sei daher auf besser geeignete Gebäude ausserhalb dieser Zonen zu setzen, zum Beispiel auf Dächer grosser Industriebauten oder öffentlicher Gebäude, schreibt der Regierungsrat. Dort liessen sich solche Anlagen weitaus effizienter und kostengünstiger realisieren.

Klar ist für den Regierungsrat: Für neues kantonales Recht besteht aufgrund der Gemeindeautonomie kein Raum. Der Kanton stelle den Gemeinden Mustervorschriften zur Einpassung in Schutzzonen und ein Merkblatt zur Erstellung von Solaranlagen zur Verfügung. Darüber hinaus könne der Kanton nicht vorgeben, ob und wie Solaranlagen an einem bestimmten Ort erstellt werden dürfen. Dies müsse vielmehr in jedem einzelnen Fall vor Ort beurteilt werden. (fh)