Aargau
Regierung will zehn Millionen Franken für die Pflege des Waldes

Das Aargauer Naturschutzprogramm Wald läuft Ende 2020 aus. Im Unterhalt der Waldflächen sieht der Regierungsrat jedoch eine Daueraufgabe. Um das Projekt weiterführen zu können, beantragt die Regierung deshalb rund zehn Millionen Franken.

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Bis 2020 soll das Waldreservatsnetz fertig gebaut sein. (Symbolbild)

Bis 2020 soll das Waldreservatsnetz fertig gebaut sein. (Symbolbild)

Boris Burkhardt

«Naturnahe Waldlebensräume leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt, für welche der Aargau eine Verantwortung trägt», sagt Regierungsrat Peter C. Beyeler. Die kantonalen Beiträge seien aber auch deshalb gut investiertes Geld, weil sie langfristige Naturwerte schaffen würden. Das würde auch die Lebensqualität für die Bevölkerung steigern.

1996 wurde das Naturschutzprogramm Wald auf 25 Jahre angelegt. In den ersten drei Programmetappen konnten bis heute in Zusammenarbeit mit den Waldeigentümern und Förstern vor Ort bereits 2'548 Hektaren Nutzungsverzichtsflächen und 841 Hektaren Spezialreservate gesichert werden. Ausserdem wurden 178 Kilometer Waldrand aufgewertet und 1966 Hektaren Eichenwaldreservate ausgeschieden. Nun sollen in der vierten Programmetappe 2014-2019 die Flächenziele von 10 Prozent Naturvorrangflächen und 7 Prozent Eichenwaldreservaten im Aargauer Wald erreicht werden. Dies schreibt die Staatskanzlei in einer Mitteilung.

Zwei Stossrichtungen

Das Naturschutzprogramm Wald habe zwei Stossrichtungen. Zum einen soll die Holznutzung auf geeigneten Waldflächen ganz eingestellt und den natürlichen Prozessen freien Lauf gelassen werden (Nutzungsverzicht in Naturwaldreservaten und Altholzinseln). Zum anderen würden Waldflächen mit seltenen Tier- und Pflanzenarten gezielt gepflegt (Spezialreservate) sowie geeignete Waldränder ökologisch aufgewertet. Eine Mittelstellung zwischen Naturvorrangfläche und bewirtschaftetem Wald würden die so genannten Eichenwaldreservate einnehmen. Hierbei handelt es sich um Wälder, welche eine hohe Artenvielfalt und damit grosse Naturschutzwerte aufweisen, welche es zu erhalten gilt. Mit gewissen Auflagen können Eichenwaldreservate aber weiterhin genutzt und gepflegt werden.

Unterhalt als Daueraufgabe

Nach Abschluss des Naturschutzprogramms Wald werde der Unterhalt der Naturvorrangflächen zu einer Daueraufgabe des Departements Bau, Verkehr und Umwelt, so die Mitteilung weiter. Der Regierungsrat hat die Kreditvorlage von 9,7 Millionen Franken zur öffentlichen Anhörung freigegeben, welche vom 17. August bis 16. November dauert. (dno)