Bis wann der Auftrag des Gerichtes erfüllt werden könne, sei noch offen, teilte die Staatskanzlei am Freitag mit. Zuerst müsse das Vorgehen geklärt werden.

Unklar sei auch, ob die Klägerin das Urteil ans Bundesgericht weiterziehen werde. Der Regierungsrat verzichtet auf einen Weiterzug. Über eine allfällige Änderung des Lohndekrets müsste der Grosse Rat entscheiden.

Das Verwaltungsgericht hatte in seinem Urteil keine eigentlichen Löhne festgesetzt. Es wies den Fall jedoch an den Kanton zurück. Der Kanton muss demnach die Lohneinstufung der Lehrpersonen auf Kindergartenstufe grundlegend überarbeiten und nachweisen, dass keine Diskriminierung vorliegt.

In einem zweiten Fall war das Verwaltungsgericht zum Schluss gekommen, der Beruf der Lehrpersonen auf Primarstufe sei nicht frauentypisch. Es sah daher keine Verletzung der Lohngleichheit von Mann und Frau.

Weitere Klagen sind hängig

Hängig sind beim Verwaltungsgericht rund 90 weitere Klagen von Lehrpersonen der Stufen Primarschule und des Kindergartens. Auf Vorschlag des Verwaltungsgerichts war je ein Fall pro Schulstufe herausgepickt und als Pilotfall behandelt worden.

Die restlichen Fälle wurden sistiert. Wenn die Urteile in den beiden Pilotfällen nicht ans Bundesgericht weitergezogen werden, werden sie vom Verwaltungsgericht analog behandelt und erledigt. Falls sich das höchste Schweizer Gericht damit befassen muss, bleiben sie vorläufig sistiert.

Auf der Stufe der Schlichtungskommission sind derzeit weitere 1200 Lohnklagen von Aargauer Lehrpersonen sistiert. Deren Behandlung hängt ebenfalls vom weiteren Vorgehen der Beschwerdeführer im Fall der beiden Pilotfällen ab.

In all diesen Fällen geht es um die Höhe der Anfangslöhne im Vergleich zu den Löhnen der Kantonsangestellten. Der Anfangslohn für Lehrpersonen beträgt gemäss den Klägerinnen rund 70'000 Franken, für Staatsangestellte rund 84'000 Franken. Bei diesem Lohnstreit geht für den Kanton um eine Summe in der Grössenordnung von 50 bis 70 Millionen Franken.