Weihnachten

Reformierte Kirche Aargau mit Video-Botschaft – aus dem Asylzentrum

«Der Lichtglanz Gottes auch auf ihren Gesichtern»: Videobotschaft zu Weihnachten 2015 von Kirchenratspräsident Christoph Weber-Berg.

«Der Lichtglanz Gottes auch auf ihren Gesichtern»: Videobotschaft zu Weihnachten 2015 von Kirchenratspräsident Christoph Weber-Berg.

Die reformierte Landeskirche Kanton Aargau verbreitet ihre Weihnachtsbotschaft dieses Jahr erstmals per Video. Und zwar aus dem Bundesempfangszentrum für Asylsuchende in Bremgarten.

Es ist ein Novum in der Geschichte der Reformierten Kirche Kanton Aargau: Pfarrer Christoph Weber-Berg wendet sich für seine Weihnachtsbotschaft zum ersten Mal per Video an die Öffentlichkeit. Aufgenommen wurde dieses im Empfangszentrum für Asylsuchende in Bremgarten. 

«Ich fühlte mich hilf- und machtlos»

Pfarrer Weber-Berg führte Gespräche mit Asylsuchenden, «die ihn tief bewegt haben». «In diesen Begegnungen fühlte ich mich hilf- und machtlos», so Pfarrer Weber-Berg. Aber es sei genau dieses Zuhören, das Sich-als-Menschen-Begegnen, welches für die Asylsuchenden wichtig sei.

Er erzählt beispielsweise von einem jungen Pärchen aus Afghanistan, welches seit 41 Tagen in Bremgarten auf seine Registrierung warte. Am meisten habe das Pärchen erstaunt, dass sich am Weihnachtsmarkt in Bremgarten tausende Menschen frei und ohne Angst bewegen könnten. Denn ihre Heimat Afghanistan mussten die zwei verlassen, weil sie an Leib und Leben bedroht waren, so Weber-Berg. 

«Dort kann ganz Besonderes passieren»

Über Sinn und Unsinn ihrer Flucht kann und mag Pfarrer Weber-Berg mit den Flüchtlingen nicht diskutieren. «Wir sitzen betroffen am Tisch, essen Weihnachtsguetzli und trinken Kaffee», so Weber-Berg.

Im Zentrum der Weihnachtsbotschaft von Pfarrer Weber-Berg steht denn auch der Moment der Begegnung. «Wir wissen nicht, warum das Leben den einen Menschen Gutes beschert und den anderen Leid und Not», so Weber-Berg. Aber: «Was wir wissen, ist, dass dort wo sich Menschen als Menschen begegnen, mit offenem Ohr und offenem Herzen - dort kann ganz Besonderes passieren.» (az)

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