Rolf Häner, Rektor der Berufsfachschule BBB in Baden, nennt den Entscheid des Regierungsrates «nachvollziehbar». Vor allem zeigt er sich hocherfreut, «wie vorbildlich die Regierung Verantwortung übernimmt». Häner freut sich aber nicht nur für die BBB, sondern für die Stadt als solche. «Der Regierungsrat hat den Bildungsstandort Baden entscheidend gestärkt.»

Jörg Pfister, Rektor Bereich Grundbildung an der «zB. Zentrum Bildung – Wirtschaftsschule KV Baden», sagt: «Wir sind natürlich froh und erleichtert, hat der Regierungsrat den Erhalt des KV Baden bekräftigt. Insbesondere werden jetzt einige Dinge so umgesetzt, wie wir uns das erhofft und gewünscht haben», sagt Pfister. So komme das KV Brugg zwar nach Baden «unter unser Dach», doch es bleibe als Standort erhalten. «Gern hätten wir auch das KV Lenzburg zu uns genommen, leider war das aber nicht möglich.» Immerhin habe der Regierungsrat entschieden, die Berufsmaturität Typ Wirtschaft an einem Ort zu belassen – und nach Baden zu zügeln.

Die zukünftige Verteilung der Berufsschulen im Aargau ab 2020.

Die zukünftige Verteilung der Berufsschulen im Aargau ab 2020.

Fricktal: Lachend und weinend

Franco Mazzi, Präsident des Schulvorstandes des Berufsbildungszentrums Fricktal (BZF), spricht mit Blick auf den Entscheid von einem lachenden und einem weinenden Auge. Lachend, weil das BZF – entgegen den Befürchtungen einiger Grossräte – nicht geschlossen wird. Weinend, weil die Schule den gewerblich-industriellen Bereich verliert und die Schülerzahl somit auf rund die Hälfte schrumpft. Als Chance wertet er, dass Rheinfelden zum Aussenstandort der Berufsfachschule für Gesundheit in Brugg wird. Dieser Bereich wachse stark, so Mazzi. Man konnte die Regierung aber nicht dafür gewinnen, das BZF als gemischtes Berufsbildungszentrum mit kaufmännischen und gewerblichen Berufen weiterzuführen.

Auch im BBZ Freiamt in Wohlen sind die Gefühle gemischt. Der Kaufmännische Bereich wird mit dem «Aufstieg» zum Kompetenzzentrum zwar gestärkt, doch die gewerblich-industriellen Berufe gehen verloren. Das schmerzt Rektor Philippe Elsener und Schulvorstands-Präsident Paul Huwiler sehr. Anderseits freue man sich doch sehr darüber, dass mit dem regierungsrätlichen Entscheid die Zukunft der Freiämter Berufsschule gesichert sei.

Trotz des garstigen Wetters am Montagvormittag sprach Rektor Alex Simmen vom Berufs- und Weiterbildungszentrum (BWZ) Brugg von einem Sonnen- und Freudentag. Er meint damit den Entscheid des Kantons, die gewerblich-industriellen Berufsfachschulen zu konzentrieren sowie das BWZ Brugg an der Annerstrasse als reine GI-Schule und Kompetenzzentrum für Elektro- und Naturberufe zu führen. Simmen betont: «Auf diesen Moment haben wir lange hingearbeitet. Jetzt hoffen wir, dass wir die nächsten 20 Jahre Ruhe haben.»

Lenzburg: Trauer und Lob

Auch wenn der Entscheid für das KV-Aus für Schulleiter Andreas Schmid vom KV Lenzburg nicht unerwartet kam, ist die Enttäuschung gross: «Dass Lenzburg über die Klinge springen muss, ist ein regionalpolitischer Entscheid, der völlig undurchdacht und wenig zukunftsorientiert ist.» Stadtammann Daniel Mosimann doppelt nach: «Mit dem KV Lenzburg Reinach führt der Kanton ein gutes Rennpferd auf die Schlachtbank.»

Ruedi Suter, Rektor der Berufsschule Lenzburg (BSL), erklärt hingegen: «Wir sind glücklich über den Entscheid des Regierungsrates – auch wenn wir die Polymechaniker gerne gehabt hätten.»

«Es ist ganz wichtig, dass nach dem politischen Entscheid alle Beteiligten wieder aufeinander zugehen und sich für pragmatische Lösungen im Interesse des ganzen Berufsbildungssystems im Aargau einsetzen», erklärt Erich Leutenegger, Rektor der Handelsschule KV Aarau. Als nächstes folgen Gespräche mit den Schulleitungen und den Schulvorständen der aufzulösenden KV-Schulen. Schnell will er auf Lehrmeister der Region Zofingen und im Wynental zugehen.

Gerade in Zofingen hatte es im Vorfeld des Entscheids kritische Stimmen und grosse Befürchtungen gegeben. «Der Verlust der KV-Ausbildung ist bedauerlich», sagt Roger Meier, Rektor der Berufs- und Weiterbildung Zofingen. Es sei aber schön, dass der Maschinenbau mit der technischen Berufsmatur in Zofingen bleibt. (az/zt)