Im Aargauer Städtchen Aarburg ist ein Streit um rund zwei Dutzend Käfer entfacht. Allerdings geht es dabei nicht um die kleinen Tierchen, sondern um 15 Oldtimer der Marke Volkswagen. Aarburg bekam die Sammlung geschenkt. Nicht alle wollen, dass nun für die Autos ein Museum eingerichtet wird.

Aarburger wollen VW-Käfer-Sammlung nicht

Aarburger wollen VW-Käfer-Sammlung nicht

Ausgelöst wurde das Ganze, als der bisherige Besitzer der Sammlung Ende Juli 2013 verstarb. Die Erbin der Karossen schloss darauf mit der Gemeinde Aarburg einen Schenkungsvertrag ab. Der Gemeinde schwebte vor, die ohnehin schon in Aarburg stehenden, seltenen Stücke fortan auszustellen.

Als Investitionskosten für ein kleines Museum genehmigte der Gemeinderat in eigener Kompetenz 20'000 Franken. Weitere 10'500 Franken sollte der Betrieb jährlich verschlingen. Letzteres Begehren wurde von der Gemeindeversammlung Ende November grossmehrheitlich genehmigt. Doch dann begann sich Opposition zu regen.

Ein aus Vertretern von lokalen Vereinen zusammengesetztes Komitee begann Unterschriften für ein Referendum zu sammeln. Noch bevor die Frist am 30. Dezember abläuft, sind bereits 480 Unterschriften zusammen, wie Initiant Peter Plüss vom Pistolenverein am Freitag auf Anfrage der Nachrichenagentur sda sagte.

Notwendig wären 364 Unterschriften gewesen. Dies bedeutet, dass die Aarburgerinnen und Aarburger an der Urne noch einmal über die jährlichen Folgekosten entscheiden können. Wann diese Abstimmung stattfindet, steht noch nicht fest. Bekommen die Museumsgegner Recht, geht die Sammlung wieder zurück an die Schenkerin.

10'500 Franken reichen nicht aus

Die Gegner des Käfermuseums können nicht verstehen, dass anderen Vereinen der Geldhahn zugedreht wird, während auf der anderen Seite ein kleines Museum mit Folgekosten finanziert werden soll. Zudem glaubt Plüss nicht daran, dass 10'500 Franken jährlich ausreichen, um die Käfer-Sammlung im Schuss zu halten.

Die Gemeinde Aarburg hingegen wittert in der "bedeutenden und wertvollen Sammlung" Potenzial. Die Ausstellung soll regelmässig geöffnet und mit Events aktiv und lebend gehalten werden, hiess es in der Vorlage zu Handen der Gemeindeversammlung.

Der VW Käfer war mit über 21,5 Millionen Exemplaren das meistverkaufte Auto der Welt, ehe er vom VW Golf übertroffen wurde. Käfer kosten heute je nach Jahrgang und Zustand gut und gerne durchschnittlich um die 20'000 Franken. Im Internet werden einzelne Exemplare auch für 50'000 Franken und mehr angeboten.