Rechtsstreit
Glarner akzeptiert Strafbefehl wegen übler Nachrede nicht: «Ich habe meinen Anwalt beauftragt, Einspruch zu erheben»

Der jahrelange Rechtsstreit zwischen SVP-Nationalrat Andreas Glarner und dem Wettinger Musiker und Studiobetreiber Reto Spörli geht weiter. Glarner ficht den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft an, die ihn wegen übler Nachrede verurteilt hatte.

Fabian Hägler
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Andreas Glarner akzeptiert den Strafbefehl wegen übler Nachrede nicht, der vor zehn Tagen gegen ihn erging.

Andreas Glarner akzeptiert den Strafbefehl wegen übler Nachrede nicht, der vor zehn Tagen gegen ihn erging.

Peter Schneider / KEYSTONE

Zuerst hatte Reto Spörli, Musiker und Betreiber eines Studios in Wettingen, den Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner als «dummen Menschen, infantilen Dummschwätzer und üblen, verlogenen Profiteur» bezeichnet. Glarner zeigte Spörli an, die Staatsanwaltschaft verurteilte diesen wegen übler Nachrede. Glarner erhielt als Kläger den Strafbefehl gegen Spörli ebenfalls und machte diesen auf Facebook publik – noch bevor er rechtskräftig war.

Spörli focht den Strafbefehl jedoch an und wurde vom Bezirksgericht Baden freigesprochen. Dieser Freispruch wurde auch vom Aargauer Obergericht bestätigt. Daraufhin zeigte Spörli umgehend Glarner an – und fast drei Jahre nach dieser Anzeige wurde der SVP-Nationalrat verurteilt: Am 2. September erging ein Strafbefehl der Staatsanwaltschaft gegen Glarner.

Glarner legt Einspruch gegen Strafbefehl ein – Gericht muss entscheiden

3000 Franken Busse sollte der Nationalrat zahlen, dazu kam eine bedingte Geldstrafe von 12'000 Franken (30 Tagessätze à 400 Franken). Die Staatsanwaltschaft sah den Tatbestand der üblen Nachrede erfüllt, weil Glarner im Sommer 2018 den nicht rechtskräftigen Strafbefehl gegen Spörli auf Facebook gepostet hatte.

Bisher war offen, ob Glarner die Busse, die bedingte Geldstrafe und einen Eintrag im Strafregister akzeptiert. Nun ist klar: Der SVP-Nationalrat geht juristisch dagegen vor. «Ich habe meinen Anwalt beauftragt, gegen den Strafbefehl Einspruch zu erheben», sagt Glarner auf Anfrage. Somit wird sich wohl das Bezirksgericht Bremgarten – laut Strafbefehl soll der SVP-Politiker den umstrittenen Facebook-Post bei sich zu Hause in Oberwil-Lieli erstellt haben – als nächste Instanz mit dem Fall befassen müssen.

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