Bundesgericht

Rechts überholt auf A1-Ausfahrt: Happige Geldstrafe für Autorowdy

Wegen eines Überholmanövers via der Ausfahrtsspur kassierte ein Autofahrer eine hohe Busse. (Symbolbild)

Wegen eines Überholmanövers via der Ausfahrtsspur kassierte ein Autofahrer eine hohe Busse. (Symbolbild)

Teuer zu stehen kommt einen Autofahrer, dass er auf der Autobahn A1 im Aargau via Verzögerungsstreifen rechts überholt hat. Mit seiner Beschwerde ist er nun vor dem Bundesgericht abgeblitzt.

An einem Abend im April 2012 machte ein Autofahrer auf der Autobahn A1 im Aargau ein verhängnisvolles Manöver. Er fuhr mit 102 km/h in Richtung Bern auf dem Normalstreifen, als ein weisser Personenwagen vom Überholstreifen unmittelbar vor ihn auf die Spur einbog. Der hintere Lenker scherte nun auf den Verzögerungsstreifen der nahenden Ausfahrt aus, beschleunigte innert fünf Sekunden auf 119 km/h, überholte den anderen rechts und bog zurück auf den Normalstreifen - unterdessen mit 124 km/h auf dem Tacho. Das ganze Manöver dauerte 13 Sekunden.

Nun hatte der Autorowdy das Pech, dass er von einer Patrouille der Mobilen Einsatzpolizei beobachtet wurde. Die Beamten hielten das Manöver per Videoband fest. Wegen eines technischen Fehlers wurde es zwar nicht archiviert, mehrere Einzelbilder dagegen schon. Auf diese Fotos stützte sich das Aargauer Obergericht bei seinem Urteil: Es sprach den Rowdy wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln durch Rechtsüberholen auf der Autobahn schuld und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 50 Franken – das sind 7500 Franken. Die Anzahl Tagessätze richtet sich nach Verschuldensgrad, die Höhe des Tagessatzes nach den finanziellen und persönlichen Verhältnissen.

Freispruch gefordert

Dagegen wehrte sich der Gebüsste, indem er das Urteil vor das Bundesgericht zog und einen Freispruch forderte. Die Richter in Lausanne haben die Beschwerde nun aber abgewiesen. Das Obergericht sei zu seinen Gunsten davon ausgegangen, dass er vom weissen Personenwagen auf den Verzögerungsstreifen gedrängt worden sei. Allerdings würden die Fotos nicht zeigen, dass ihm einzig die Möglichkeit blieb, vor diesem wieder auf den Normalstreifen zurückzukehren.

Stattdessen hätte er «die Geschwindigkeit reduzieren und hinter dem weissen Fahrzeug wieder auf die Normalspur zurückkehren» oder die Autobahn verlassen können, hält das Bundesgericht fest. «Auf keinen Fall habe er am weissen Personenwagen rechts vorbeifahren dürfen.» Auch sei das Verkehrsaufkommen nicht, wie vorgebracht, rege gewesen. Und dass sein Manöver nicht «in einem Zug» erfolgt sei, dazu könnten die Bilder keine Angaben geben.

Der Beschwerdeführer muss nebst der Geldstrafe auch die Gerichtskosten von 2000 Franken berappen. Inklusive des Anwaltshonorars und Gerichtskosten für das vorinstanzliche Urteil hat ihn das 13-sekündige Manöver also einen kleinen fünfstelligen Betrag gekostet. 

Urteil: 6B_729/2014

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