Reaktionen
Neue Mittelschulen im Aargau: Das sagen die Kantonalparteien zur Zurückstellung der Anhörung

Seit heute Freitag ist klar: das Fricktal erhält eine neue Mittelschule. Mit der Anhörung für einen Standort im Aargauer Mittelland wartet die Regierung allerdings noch zu. Wir haben die Reaktionen der Kantonalparteien für Sie zusammengefasst.

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Das Fricktal erhält eine neue Mittelschule, im Aargauer Mittelland ist die Suche noch im Gange. (Symbolbild)

Das Fricktal erhält eine neue Mittelschule, im Aargauer Mittelland ist die Suche noch im Gange. (Symbolbild)

Keystone

«Zu viele offene Fragen»: GLP begrüsst Zurückstellung der Anhörung

Die Schaffung eines neuen Fricktaler Mittelschulstandort sei sinnvoll und richtig, schreibt die GLP Aargau in ihrer Mitteilung vom Freitag. Der neu angedachte Mittelschulstandort werde die Standortgemeinde zusätzlich stärken. Allerdings würden die drei in der engeren Auswahl stehenden Standorte Rheinfelden, Stein und Frick Vor- und Nachteile aufweisen, die es nun fundiert zu diskutieren gelte.

Dabei seien etwa die Faktoren Grösse, Ausbaufähigkeit, ÖV-Erschliessung sowie die benötigten Investitions- und Betriebskosten zu berücksichtigen.

Weiter begrüsse die Partei die Zurückstellung der Anhörung zum Mittelschulstandort im Aargauer Mittelland. Dies aufgrund der derzeit noch vielen offenen Fragen.

SP: Mutloser Entscheid des Regierungsrats

Die SP Aargau begrüsst den Bau von zwei neuen Mittelschulen und die Priorisierung des Standorts Fricktal, wie die Partei in ihrer Mitteilung vom Freitag schreibt. Mit der demografischen Entwicklung steige die Zahl der Mittelschülerinnen und -schüler. Als logischer Konsequenz resultiere daraus mehr Raumbedarf. Eine Gesamtstrategie sei zwingend nötig, um den Bedarf langfristig zu decken.

Mutlos findet es die SP hingegen, dass der Regierungsrat keinen Standort favorisiert, sondern alle drei als gleichwertig in die Vernehmlassung gibt. Parteipräsidentin Gabriela Suter erklärte dazu: «Damit macht es sich der Regierungsrat etwas gar einfach. Die SP wird die Vor- und Nachteile der drei möglichen Standorte genau prüfen und dabei neben Bevölkerungswachstum, Erreichbarkeit und Kosten auch ökologische und raumplanerische Aspekte gewichten.»

Auch im Zentrum des Aargaus wachse die Bevölkerung stark. Das Projekt eines zweiten Mittelschulstandorts im Raum Lenzburg/Brugg müsse deshalb ebenfalls vorangetrieben werden.

Die Mitte: «Grösster Handlungsbedarf im Fricktal»

Auch die Mitte Aargau begrüsst die Möglichkeit einer Anhörung zu den Mittelschul-Standortvorschlägen im Fricktal und hält in ihrer Mitteilung fest, dass dort der grösste Handlungsbedarf bestehe.

Die wichtigsten Faktoren für die Standortauswahl im Fricktal seien für die Aargauer Mitte-Fraktion eine möglichst zeitgerechte Realisierung, mögliche Synergienutzungen sowie ein gutes Erreichen eines hohen Schülerpotenzials.

Weiter erhofft sich die Partei aus der Anhörung neue Erkenntnisse und Auswirkungen betreffend Mittelschulstandort Mittelland zu gewinnen. Das grösste Wachstum in der Altersgruppe 15 bis 19 Jahre sei im Ostaargau zu erwarten.

FDP enttäuscht und befremdet: «Unsere Jungen verdienen einen grösseren Effort»

Unzufrieden mit dem Entscheid der Regierung ist die Aargauer FDP. Man sei erstaunt darüber, dass die Anhörungsbotschaft so «unausgereift» daherkomme, obwohl der Bedarf nach zusätzlichen Mittelschulstandorten nachgewiesen und unbestritten sei. Und gar «befremdend» finden die Liberalen, dass die Regierung für den Standort Frick keine Priorisierung vornimmt. «Die FDP ist enttäuscht, dass der Regierungsrat dieses wichtige Projekt nicht mit mehr Nachdruck verfolgt.» Immerhin ginge es um die Ausbildungsmöglichkeiten «für unsere Jungen». Das würde einen grösseren Effort verdienen.

Dass der Standort fürs Aargauer Mittelland separat angeschaut werde, begrüsst die FDP. Allerdings dürfe diese Trennung nicht bedeuten, dass die Suche nach einem Standort im Mittelland nun verzögert werden.

SVP: Bedarf im Fricktal ist unbestritten – Trennung der Geschäfte ist plausibel

Dass es im Fricktal eine neue Mittelschule brauche, ist für die SVP unbestritten, sagt Grossrätin Maya Meier. Wo genau das sein soll, dazu habe man noch keine Präferenz. «Wir werden das in der Anhörung prüfen und dann unsere Stellungnahme abgeben. Und auch dass die beiden Geschäfte Fricktal/Mittelland getrennt werden, mache Sinn. «Wenn sich die Ausgangslage fürs Mittelland wegen dem Angebot aus Aarau ändert, macht es Sinn, das zu verschieben.»