Regierungsratswahlen
Reaktionen: «Ich würde gerne Roth unterstützen, aber meine Kinder gehen noch zur Schule»

Im zweiten Wahlgang für die Aargauer Regierungsratswahl treten Yvonne Feri (SP), Maya Bally (BDP) und Franziska Roth (SVP) an. Die Unterstützung der FDP für SVP-Kandidatin Roth wird im Netz eingehend kommentiert. Eine Auswahl.

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SVP-Kandidatin Franziska Roth.

SVP-Kandidatin Franziska Roth.

Sandra Ardizzone

Die FDP-Mitglieder stimmten dem Vorschlag ihrer Geschäftsleitung zu, im zweiten Wahlgang der Regierungsratswahlen SVP-Kandidatin Franziska Roth zu unterstützen. Es ist kein Herzensentscheid, wie die Voten an der Versammlung vom Dienstagabend deutlich machten, sondern einer des Verstands. Die FDP will den freien fünften Regierungssitz den Bürgerlichen sichern.

Die SVP braucht Unterstützung, will sie Roth ins Ziel bringen und damit die linke Kandidatin Yvonne Feri (SP), die von den Grünen unterstützt wird, verhindern. Dafür braucht sie die FDP-Wähler. Doch diesen kann sie nicht gewiss sein.

Das liegt gerade am Schlingerkurs der FDP: Diese hatte der SVP-Kandidatin vor dem ersten Wahlgang noch die Unterstützung versagt. Und noch am Montag im TalkTäglich wies Parteipräsident Mathias Jauslin darauf hin, dass die FDP gleich drei potenzielle Kandidatinnen für den zweiten Wahlgang in der Hinterhand haben. Da konnte man schon den Eindruck erhalten, die FDP setzt auf einer eigene Kandidatin für den zweiten Wahlgang.

Entsprechend irritiert zeigte sich beispielsweise CVP-Präsidentin Marianne Binder. Und sie ist längst nicht die einzige, die überrascht über den FDP-Entscheid ist, etwa beim Zofinger Einwohnerrat Marco Arni von den Grünliberalen.

GLP-Nationalrat Beat Flach spottet unverhohlen:

Michael Kaufmann, Präsident Junge CVP, macht sich über den Tweet von Philipp Härri, FDP-Grossratskandidat aus dem Bezirk Kulm, lustig:

Die Tweets der Grünliberalen kommen nicht von ungefähr: Sie haben sich für Maya Bally entschieden.

Cédric Wermuth, Aargauer SP-Co-Parteipräsident, spottet gar über den FDP-Schlingerkurs:

Ebenso die Grüne Grossrätin Irène Kälin:

Andreas Mahler, ehemaliger Aargauer Parteipräsident der Grünliberalen, macht deutlich, dass Franziska Roth für ihn nicht wählbar ist:

Auch der Aargauer Grünen-Präsident Daniel Hölzle nimmt kein Blatt vor den Mund:

Der Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner ärgert sich dagegen über den BDP-Entscheid, nochmals mit Maya Bally anzutreten: Als "Lachnummer des Jahrhunderts" bezeichnet er gar die erneute BDP-Kandidatur.

Und hier noch mehrere weitere Twitter-Reaktionen:

Regierungsrat: das Ergebnis des 1. Wahlgangs vom 23. Oktober 2016

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AZ