Reaktionen
Das Cinema 8 bleibt am Montag trotz Lockerungen zu – das Kurtheater Baden freut sich, immerhin spielen zu dürfen

Der Schöftler Kinobetreiber Rolf Häfeli sagt, es lohne sich nicht, Filme zu zeigen, wenn Essen und Trinken im Kino verboten seien. Anders sieht es Uwe Heinrichs, Künstlerischer Direktor des Kurtheater Baden. Zwar lohnen sich grosse Produktionen mit nur 50 Zuschauerinnen und Zuschauern weiterhin nicht. Eine erste Lesung soll aber im Mai sicher stattfinden.

Noemi Lea Landolt
Drucken
Teilen

Kultur- und Freizeitbetriebe dürfen ab Montag – mit Einschränkungen – wieder öffnen. In Kino- und Theatersälen sind maximal 50 Besucherinnen und Besucher erlaubt beziehungsweise darf maximal ein Drittel der Sitzplatzkapazität besetzt werden.

Ausserdem gilt Maskenpflicht und der Abstand von 1,5 Metern muss eingehalten werden. Konsumation ist verboten und zudem soll es möglichst keine Pausen geben. Das hat der Bundesrat am Mittwoch entschieden.

Rolf Häfeli, Geschäftsführer Cinema 8.

Rolf Häfeli, Geschäftsführer Cinema 8.

Chris Iseli

Es lohne sich einfach nicht, Filme zu zeigen, wenn die Konsumation verboten sei, sagt Rolf Häfeli, Geschäftsführer der «Cinema 8» in Schöftland. «Der Betrieb kann so die Grundkosten nicht decken», sagt er.

«Unter diesen Bedingungen werden wir die Kinos am Montag nicht öffnen.»

Es ist das Gesamtpaket, das für Häfeli nicht stimmt. Auch die Beschränkung auf 50 Personen. «Was ist in einem Flugzeug anders?», fragt er. Sein Entscheid stehe fest. «Da müsste schon ein neuer James-Bond-Film kommen, damit ich mir das mit den Kinos noch einmal überlege.»

Vielleicht werden die Escape Rooms eröffnet

Er kann sich aber vorstellen, endlich die neuen Escape Rooms zu eröffnen. Die Pandemie habe dies bisher verunmöglicht. «Wir werden in den kommenden Tagen eine Auslegeordnung machen und danach definitiv entscheiden», sagt Häfeli.

Uwe Heinrichs, Künstlerischer Leiter Kurtheater Baden.

Uwe Heinrichs, Künstlerischer Leiter Kurtheater Baden.

Sandra Ardizzone

Die gleichen Bedingungen gelten für Theater. Uwe Heinrichs, Künstlerischer Direktor des Kurtheater Baden, freut sich, dass sich immerhin ein bisschen etwas tut. Aber die Situation bleibe schwierig. «Uns fehlt vor allem die Planungssicherheit.»

Grosse Produktionen lohnen sich noch nicht

Der Stiftungsrat habe entschieden, grosse Produktionen erst dann wieder aufzuführen, wenn es wieder möglich ist, vor mehr als 200 Zuschauerinnen und Zuschauern zu spielen, sagt Heinrichs. «Unsere Erfahrungen im Pandemiejahr haben gezeigt, dass es ein zu grosses Loch in die Kasse reisst, wenn wir grosse Produktionen nur vor 50 Personen spielen.»

Hingegen sollen kleinere Produktionen im Foyer oder Proberaum wieder stattfinden. Ursprünglich hätte diesen Freitag ein Liederabend «Worst Songs», die erste Eigenproduktion des Kurtheaters, stattfinden sollen. «Wir hatten die Hoffnung, dass möglicherweise eine kurzfristige Öffnung beschlossen wird», sagt Heinrichs. Da dies nun nicht der Fall sei, werde man ein neues Datum suchen müssen.

Lesung mit Autorin Simone Meier soll stattfinden

Fix im Programm und dank der Lockerungen durchführbar, ist die Lesung von Autorin Simone Meier aus ihrem Roman «Reiz» am 12. Mai. «Diese kann zu 100 Prozent stattfinden», freut sich Heinrichs.

Noch unklar ist, ob auch die Lesung von Corinna Harfouch am 8. Mai durchgeführt werden kann. Die Schauspielerin liest Rainer Maria Rilke. Laut Heinrichs gingen bereits 100 Tickets im Vorverkauf weg. «Da müssen wir uns noch überlegen, wie wir damit umgehen.»

Dass die Konsumation verboten sei, schenke zwar ein, sagt Heinrichs.

«Aber wir sind froh, dass wir wenigstens spielen dürfen und vielleicht lässt sich die Konsumation ja auch nach draussen verschieben.»

Aktuelle Nachrichten