Letzte Woche pfiff das Bundesgericht das Aargauer Strassenverkehrsamt zurück: Die Behörde hatte einer Frau den Fahrausweis entzogen und sie zum Psychiater geschickt, weil sie zu Hause alkoholisiert angetroffen worden war. Sie war eine von 434 Personen, die 2013 wegen Verdachts auf Trunksucht zu einem Gutachter geschickt wurden.

Nun zeigt sich: Die Gesamtzahl der Autofahrer, die 2013 begutachtet wurden, liegt viel höher. Bei 1975 Aargauern wurde im letzten Jahr ein Verkehrsgutachten angeordnet. Sechs Autofahrer wurden wegen möglicher Medikamentensucht, 746 Lenker wegen Hinweisen auf Drogensucht aufgeboten.

789 Personen mussten wegen des Verdachts zum Gutachter, sie seien charakterlich nicht geeignet, ein Motorfahrzeug zu lenken. Ein grosser Teil davon betrifft laut Samuel Helbling, Sprecher im Departement für Volkswirtschaft und Inneres, sogenannte Raserfälle. Auch hier steigt die Zahl der Gutachten: 2011 waren es 603, ein Jahr später 626, im letzten Jahr dann 789.

Den Anstieg im Jahr 2013 begründet Helbling mit dem Verkehrssicherheitsprogramm Via Sicura. «Hier kommt das erste Massnahmenpaket zum Tragen, das am 1. Januar 2013 in Kraft getreten ist», sagt er.

Mehr Gutachter mussten bisher nicht beauftragt werden. Dies könnte sich aber ändern: Wenn im Sommer das zweite, verschärfte Paket in Kraft tritt, dürfte die Zahl der Alkohol-Gutachten nochmals steigen.