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Ralf Bucher kandidiert doch: CVP Aargau will sich mit bäuerlicher Unterliste für Landwirtschaft einsetzen

Die CVP Aargau wird neben der Hauptliste mit einer Bäuerinnen- und Bauernliste für einen zweiten Sitz im Nationalrat kämpfen. Eine Überraschung gibt es: Warum kandidiert Ralf Bucher jetzt doch für den Nationalrat, nachdem er überraschend nicht auf der Hauptliste der CVP aufgetaucht ist?

Die CVP Aargau wird neben der Hauptliste mit einer Bäuerinnen- und Bauernliste für einen zweiten Sitz im Nationalrat kämpfen. Die Liste liegt der AZ vor (vgl. Box unten). Darauf sind etwa Ralf Bucher, Geschäftsführer des Bauernverbandes Aargau, und Lotti Baumann, Präsidentin der Aargauer Landfrauen. Baumann führt die Liste an.

Doch warum kandidiert Ralf Bucher jetzt doch für den Nationalrat, nachdem er überraschend nicht auf der Hauptliste der CVP aufgetaucht ist? Bucher: «Die Gründe dafür gelten noch immer. Im Moment stehen für mich mein Beruf und meine junge Familie im Vordergrund. Ich kann deshalb auch keinen zeitintensiven Wahlkampf machen, was auf der Hauptliste unabdingbar wäre. Ich hoffe aber, dass unsere Liste mit hervorragenden Namen möglichst viele Stimmen macht.»

Bucher: alle Türen offenlassen

Was aber, wenn Bucher gewählt werden sollte? «Dann nähme ich die Wahl selbstverständlich an. Auf einer Unterliste ist die Wahrscheinlichkeit allerdings nicht gross.» Bucher hofft auch deshalb auf möglichst viele Stimmen für sich, weil er sich für die Zukunft alle Türen offenlassen will: «Sollte ich dereinst wieder auf der Hauptliste antreten, wäre es hilfreich, beim Aushandeln eines guten Listenplatzes auf ein gutes Abschneiden im 2019 verweisen zu können.»

Mit auf der Unterliste sind mit Michael Wetzel und Franz Hagenbuch zwei weitere aktive CVP-Grossräte sowie mit Paul Steffen der in Aarau wohnhafte Vizedirektor des Bundesamtes für Umwelt. Die Nomination ist an einem ausserordentlichen Parteitag vom Samstag, 18. Mai, im Raum Baden geplant.

Warum nur zwei Frauen?

Beim Blick auf die Liste fällt sofort auf, dass die Frauen mit nur zwei Kandidatinnen massiv untervertreten sind. Warum dies, nachdem die Frauen auf der CVP-Hauptliste mit neun Kandidatinnen doch in der Mehrheit sind? In der Landwirtschaft seien zurzeit noch einiges mehr Männer beschäftigt, sagt Bucher, «weshalb es nicht ganz einfach war, Frauen für die Liste zu motivieren».

Bauern pflegen halbe Fläche

Die Bäuerinnen und Bauern bewirtschaften etwa die Hälfte der Fläche des Kantons Aargau «und leisten damit einen grundlegenden Beitrag an die Qualität des schönen Lebens- und Wohnraumes im Aargau», macht die CVP geltend. Sie sorgten dafür, dass sich Aargauerinnen und Aargauer wohlfühlen. Mit einer vielfältigen intakten Kulturlandschaft, mit einer hochwertigen Produktion von regionalen Lebensmitteln und einem hohen Mass an verantwortungsvollem Umgang mit der Natur.

Klimawandel betrifft Bauern

«Klimatische Veränderungen machen gerade der Landwirtschaft stark zu schaffen», sagt Bucher zur derzeit besonders intensiv geführten Klimadebatte. Die CVP sei sich bewusst, «dass wir mit der Erderwärmung, dem Verlust der Biodiversität, der schwindenden natürlichen Ressourcen wie Boden und Wasser oder der Ernährungssicherheit weltweit vor grossen Herausforderungen stehen». Die Landwirtschaft sei aber nicht das Problem, wie andere Parteien behaupteten, sondern Teil der Lösung. Kompetente Persönlichkeiten hätten sich deshalb zusammengetan und eine Bäuerinnen- und Bauernliste als Unterliste der CVP lanciert, «um unserer nachhaltigen Landwirtschaftspolitik Gehör zu verschaffen».

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