Tempokontrollen

Radarstandorte bleiben geheim – weil Polizei nur mobile Kontrollen macht

Die Kantonspolizei Aargau führt nur mobile Kontrollen durch. (Symbolbild)

Die Kantonspolizei Aargau führt nur mobile Kontrollen durch. (Symbolbild)

Das St. Galler Beispiel macht im Aargau nicht Schule – die Polizei ist hier anders ausgerüstet: Sie verfügt über keine festen Blitzer. Die Bekanntgabe von Kontroll-Standorten macht deshalb keinen Sinn, so Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei.

In St. Gallen kündigt die Polizei an, wo sie Geschwindigkeitskontrollen durchführt. Das soll auch den Vorwurf entkräften, die Kontrollen seien mehr Schikane und Geldmacherei als ein Beitrag zur Verkehrssicherheit.

Für die Kantonspolizei Aargau steht ein solches Vorgehen nicht zur Diskussion (wir berichteten).

Warum eigentlich nicht? Polizeisprecher Bernhard Graser hat dafür eine plausible Erklärung: In St. Gallen gehe es um sogenannte semistationäre Anlagen. Diese bleiben für längere Zeit an einem Standort, mehrere Tage oder sogar Wochen (z.B. in einem Baustellenbereich).

Die Kantonspolizei Aargau verfügt gar nicht über solche Anlagen, sondern über mobile Messgeräte, die nicht vollautomatisch funktionieren und durch einen Polizisten vor Ort betreut werden: zwei Radar- und ein Laser-Messgerät.

Rückt die Aargauer Kantonspolizei zu einer Geschwindigkeitskontrolle aus, wird am gleichen Standort in der Regel nur eine bis zwei Stunden gemessen. Da wäre es gar nicht praktikabel, Messstandorte publik zu machen, sagt Graser.

Hätte man aber wie in St. Gallen semistationäre Anlagen im Einsatz, würde man es auch gleich machen wie die Ostschweizer, das sei durchaus sinnvoll. Eine Anschaffung sei auch schon geprüft, nicht zuletzt aus Budgetgründen aber verworfen worden.

Tatsächlich aus taktischen, nicht nur aus praktischen Gründen kommt eine vorgängige Warnung nicht infrage, wenn die Polizei mit dem Laser-Messgerät zur Tempokontrolle ausrückt. Dann hat sie notorische Raser im Visier. Es wird zwar jedes Fahrzeug erfasst, aber nur bei schweren Verstössen, die zum sofortigen Ausweisentzug führen, werden die Fehlbaren an Ort und Stelle aus dem Verkehr gezogen. Wer die Radar- bzw. eben Laserfalle nur ein paar wenige Stundenkilometer zu schnell passiert, hat Glück gehabt. Er kommt ohne Busse davon.

Im laufenden Jahr (bis Ende August) hat die Kantonspolizei 1067 Tempokontrollen durchgeführt, davon 114 Lasermessungen. Dau kommen rund 2500 Kontrollen der Regionalpolizeien (immer innerorts). Die gezählten Kontrollen beziehen sich auf einen Messstandort. Wird zum Beispiel an einem Morgen nacheinander an drei verschiedenen Standorten gemessen, verzeichnet die Statistik drei Kontrollen.

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