Projekt

Quellensucher gesucht: Pro Natura will die letzten natürlichen Quellen im Aargau erfassen

Zahlreiche natürliche Quellen wurden bei Entwässerungen drainiert. ZVG

Zahlreiche natürliche Quellen wurden bei Entwässerungen drainiert. ZVG

Dabei sollen Freiwillige helfen, später sollen auch Quellen renaturiert werden.

In mehreren Aargauer Gemeinden versiegten im trockenen Sommer 2018 die Quellen. Quellen sind aber nicht nur Trinkwasserspender, sondern bieten auch Lebensraum für bedrohte Tierarten. Pro Natura Aargau startet ein Projekt zur Kartierung der letzten natürlichen Quellen im Kanton. Die Naturschutzorganisation sucht dafür im Unteren Reusstal und im Juragürtel freiwillige Helfer für die Kartierung.

Quellwasser ist meist kühl und nährstoffarm, dort können nur Tierarten leben, die hochspezialisiert und genau an diesen Lebensraum angepasst sind. Natürliche und völlig ungestörte Quelllebensräume sind allerdings sehr selten geworden. Gründe dafür sind vor allem die Entsumpfung von Bauland, Landwirtschaftsflächen und Wäldern sowie der Bau von Trinkwasserfassungen. Im aargauischen Mittelland sind laut einer Mitteilung von Pro Natura in den vergangenen 100 Jahren schätzungsweise 90 Prozent aller natürlichen Quellen verschwunden.

Die dunklen Stellen in einem Pro-Natura-Schutzgebiet im Reusstal zeigen, wo die Sumpfquellen austreten. Pro Natura

Die dunklen Stellen in einem Pro-Natura-Schutzgebiet im Reusstal zeigen, wo die Sumpfquellen austreten. Pro Natura

Die restlichen sollen nun erfasst und auf Karten eingetragen werden. «Für die Mithilfe braucht es keine besonderen Qualifikationen», erläutert Projektleiterin Marianne Rutishauser. «Die Mitarbeit ist perfekt für Menschen, die sich gern in der Natur aufhalten und dabei etwas Sinnstiftendes tun möchten», ergänzt Rutishauser. In einem halbtägigen Kurs Ende März werden Helferinnen und Helfer eingeführt.

Danach suchen die Freiwilligen in einem vorgegebenen Gebiet selbstständig mögliche Quellstandorte, beurteilen sie auf einem Formular und machen Fotos des Quellbereiches. Pro Natura arbeitet bei diesem Projekt eng mit dem Kanton zusammen. Die Ergebnisse sind eine wichtige Grundlage für den Schutz der Quelllebensräume.

Denn nur wenn die letzten natürlichen Quellen und ihr Wert bekannt sind, können sie überhaupt geschützt werden. «In einem Folgeprojekt möchten wir anschliessend die Erfassung auf den ganzen Kanton ausdehnen und zerstörte Quellen renaturieren», erläutert die Projektleiterin. (fh)

Kontakt für interessierte Freiwillige: Marianne Rutishauser, Pro Natura Aargau, Telefon: 062 823 00 20, Mail: aktion-biber-reusstal@pronatura.ch

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