Im September 2016 machten Spaziergänger an der Aare in Aarburg eine grausige Entdeckung: Sie fanden tote Vierbeiner im Wasser. Sie waren an Stahlrohren festgebunden, die sie unter Wasser zogen. Die Tiere verendeten qualvoll. Ab heute Donnerstag steht das portugiesische Paar vor dem Bezirksgericht Zofingen. Der Frau gehörten die zwei Hunde, die Rehpinscher Rocky (3) und Junior (8).

Das sind die wichtigsten Punkte zum Prozess

Die Vorwürfe laut Anklage: Der Mann soll die beiden Rehpinscher zunächst mit ihren Hundeleinen an je ein Stahlrohr gebunden und mit Kabelbindern fixiert haben. Dann warf er die Tiere nacheinander in die Aare. 

Die Frau soll ihren Ehemann zur Tötung der Hunde angestiftet haben. Sie habe ihn wochenlang massiv unter Druck gesetzt. Er solle die Hunde wegschaffen, weil sie deren Gestank und Gebell nicht ertrage. Gegenüber den Ermittlern behauptete das Paar zunächst, der Schwager der Frau habe die Hunde abgeholt und in der Aare ersäuft.

Das fordert die Staatsanwaltschaft: Das Paar ist wegen mehrfacher Tierquälerei und falscher Anschuldigung vor Gericht angeklagt. Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm fordert für die Frau eine bedingte Freiheitsstrafe von 12 Monaten und eine Busse von 2000 Franken. Die Anträge für den Mann wird sie an der Verhandlung bekannt geben.

Hunde in der Aare ertränkt – das sagen Polizeisprecher, Spaziergänger und Hundehalter. (TeleM1, 26.9.2016)

Hunde in der Aare ertränkt – das sagen Polizeisprecher, Spaziergänger und Hundehalter. (TeleM1, 26.9.2016)

Was Tierschützer fordern: Tierschützer Kurt Amsler von Animal Rights startete gleich zwei Online-Petitionen. Diese fordern die Höchststrafe für die «Hunde-Ersäufer von Aarburg». Die erste Petition kam auf 13'800 Unterschriften und richtete sich im Dezember 2016 an den leitenden Zofinger Staatsanwalt Simon Burger. Die zweite Petition geht an das Bezirksgericht; sie erreichte seit der Lancierung im Dezember 2017 mehr als 16'000 Unterschriften.

Die Tierschützer respektive Petitionäre fordern generell härtere Strafen für Tierquäler. Diese würden in der Schweiz in der Regel zu milde bestraft: «Der Strafvollzug muss viel konsequenter und strenger werden. Nur so werden potenzielle Tierquäler vor solchen Taten abhalten.» Die Tierschützer nutzen diesen Fall also, um für ihr Anliegen aufmerksam zu machen. 

Demonstration am Prozesstag: Für den Prozesstag kündigt Tierschützer Amsler «eine friedliche Manifestation mit Postern der ertränkten Hunde» vor dem Gerichtsgebäude an. Mitglieder der drei Tierschutzorganisationen Animal Rights, Animaltrust und Wildtierschutz würden bei der Demo zudem noch einmal symbolisch das grosse Petitionspaket übergeben. (pp/sam/az)