Bundesgericht

Prostituierten-Mord in Egliswil: Täter bleibt in stationärer Therapie – Verwahrung abgelehnt

Mit 31 Messerstichen hatte der Mann 2002 eine Prostituierte getötet.

Mit 31 Messerstichen hatte der Mann 2002 eine Prostituierte getötet.

Das Bundesgericht weist den Antrag der Staatsanwaltschaft ab, die Behandlung des Verurteilten wegen Erfolglosigkeit abzubrechen. Dieser hatte 2002 in Egliswil einst eine Prostituierte getötet.

Die brutale Bluttat liegt inzwischen mehr als 18 Jahre zurück: Mit 31 Messerstichen hatte ein Mann im August 2002 in Egliswil eine Prostituierte getötet. Der Täter hatte der Frau über Jahre hinweg grössere Geldsummen gegeben. Dies in der vergeblichen Hoffnung, dass sie eine Beziehung mit ihm eingehen würde. 2004 verurteilte ihn das Bezirksgericht Lenzburg wegen vorsätzlicher Tötung zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und ordnete überdies eine ambulante Therapie an.

Diese wurde im Frühling 2016 in eine stationäre Massnahme umgewandelt. Gutachter stellten beim Messerstecher eine erhöhte Rückfallgefahr für schwere Gewaltdelikte fest, da­zu hatte der Täter trotz Verbots während des Strafvollzugs versucht, Kontakt zu Prostituierten aufzunehmen. Eine Beschwerde gegen die stationäre Therapie wies das Bundesgericht ab.

Seit dem 20. März 2017 sitzt der Mann in der Justizvollzugsanstalt Deitingen SO. Im Mai 2019 beantragte dass Amt für Justizvollzug des Kantons Aargau die Verwahrung des Mannes und hob einen früheren Entscheid auf, welcher dem Täter begleiteten Ausgang gewährt hatte. Dagegen wehrte sich der Verurteilte erfolgreich: Das kantonale Verwaltungsgericht ordnete die Weiterführung der stationären Therapie an – inklusive der begleiteten Ausgänge.

Laut Bundesgericht sei der Täter therapiewillig 

Die Aargauer Staatsanwaltschaft focht dieses Urteil an. Sie verlangte die Aufhebung der stationären Therapie und der Vollzugslockerungen. Die Massnahme sei aufzuheben, weil der Täter keine Fortschritte erzielt habe und keine Aussicht auf Therapieerfolg bestehe. Wie das Amt für Justizvollzug sieht auch die Staatsanwaltschaft eine Verwahrung als bessere Lösung.

Das Bundesgericht sieht dies anders, es hat die Beschwerde der Staatsanwaltschaft abgewiesen. In einem gestern Mittwoch publizierten Urteil heisst es, der Täter sei therapiewillig und erziele durchaus Fortschritte. Die stationäre therapeutische Massnahme, die deutlich intensiver sei als die vorherige ambulante Behandlung, daure zudem erst zwei Jahre. Mit Blick auf das Krankheitsbild des Täters sei von Anfang an klar gewesen, dass eine erfolgreiche Therapie zeitintensiv sein werde. Somit wird die stationäre Behandlung des Mannes weiter fortgeführt.

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