Prämienerhöhung
Prämienanstieg: Krankenkasse im Aargau wird um 3,8 Prozent teurer

Im Kanton Aargau werden die Prämien um 3,8 Prozent steigen, besonders junge Erwachsene bezahlen deutlich mehr. Personen, die ihre Rechnungen nicht bezahlen, kommen auf eine Liste. Diese enthält aber noch längst nicht alle Namen.

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Säumige Krankenkassenzahler: Die Kommunikation zwischen den Krankenkassen und der SVA funktioniert noch nicht.

Säumige Krankenkassenzahler: Die Kommunikation zwischen den Krankenkassen und der SVA funktioniert noch nicht.

Nadja Rohner/Keystone

Im Kanton Aargau steigt die Krankenkassenprämie für Erwachsene um 3,8 Prozent. Die Prämie 2015 für die Grundversicherung beträgt im Durchschnitt 387,38 Franken pro Monat. Der Anstieg liegt leicht unter dem Schweizer Durchschnitt - jedoch deutlich über den Werten in den Vorjahren.

Die Aargauerinnen und Aargauer müssen im kommenden Jahr für die obligatorische Krankenpflegeversicherung pro Monat 14,14 Franken mehr bezahlen. Das geht aus den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) hervor.

Die Monatsprämie von 387,38 Franken liegt jedoch um knapp 25 Franken unter dem Schweizer Mittelwert. Alle Nachbarkantone weisen mit Ausnahme von Luzern und Zug höhere Monatsprämien aus als der Aargau.

Die Erhöhung liegt im Aargau um 0,2 Prozentpunkte unter dem Schweizer Wert von 4 Prozent. In diesem Jahr war die Grundprämie um 2,5 Prozent und im Vorjahr um 1,1 Prozent gestiegen.

Die durchschnittliche jährliche Prämienerhöhung im Aargau beträgt seit der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes im Jahr 1996 rund 5,9 Prozent.

Junge Erwachsene zahlen deutlich mehr

Für junge Erwachsene im Alter von 19 bis 25 Jahren erhöht sich die Grundprämie 2015 um 4,6 Prozent auf 355,41 Franken pro Monat. Das ist ein Anstieg um 15,73 Franken.

Die durchschnittliche Kinderprämie (bis 18 Jahre) beträgt 89,04 Franken pro Monat - das sind 3,59 Franken oder 4,2 Prozent mehr als 2014.

Die Monatsprämie für Erwachsene fällt unter den 47 im Aargau tätigen Krankenkassen sehr unterschiedlich aus. Die Bandbreite reicht von 313,30 Franken bis 463,90 Franken. Die Differenz kann pro Monat also 150 Franken betragen.

Unsicherheiten bei der Kostenentwicklung

Die Hauptgründe für die Kostensteigerung seien bei der Mengenausweitung und im medizinischen Fortschritt zu suchen, schreibt das kantonale Departement Gesundheit und Soziales (DGS) in einer Stellungnahme. Tariferhöhungen habe es in den letzten Jahren nur wenige gegeben. In mehreren Bereichen seien die Tarife sogar gesenkt worden.

Die Entwicklung der Gesundheitskosten ist gemäss DGS mit vielen Unsicherheiten verbunden. Der grösste Kostenblock sei laut der Prognose der Versicherer der Bereich Spital stationär mit rund 26,1 Prozent der Gesamtkosten.

Die Kassen prognostizieren dafür insgesamt Kosten von über 576 Millionen Franken. Das entspricht pro versicherte Person rund 881,00 Franken pro Jahr. Bei der Spitalfinanzierung erhöht der Kanton seinen Anteil im kommenden Jahr um zwei Prozentpunkte auf das gesetzliche Minimum von 51 Prozent.

Im Zuge der neuen Spitalfinanzierung und des neuen Abrechnungssystems SwissDRG konnten sich viele Versicherer und Leistungserbringer jedoch nicht auf einen Tarifvertrag einigen. Die vom Regierungsrat festgesetzten Tarife wurden beim Bundesverwaltungsgericht angefochten. Das Gericht fällte bislang noch keinen Entscheid.

Liste von säumigen Versicherten

Wer mit seinen Zahlungen in Verzug gerät, soll seit Juli 2014 auf eine Liste gesetzt werden. Wenn eine Krankenkasse eine Person betreibt, meldet die Kasse dies der SVA. Diese fordert die säumige Person mit einer 30-tägigen Frist zur Zahlung auf.

Erfolgt keine Zahlung, wird die Person auf der Liste aufgenommen. Die Krankenkasse kommt dann nur noch für Notfallbehandlungen auf, bis die ausstehenden Forderungen inklusive Betreibungskosten und Verzugszinsen vollständig beglichen sind.

Dieses Vorhaben stellt sich aber als schwierig heraus, da nicht alle Krankenkassen die geforderten Daten – Betreibungen und Zahlungseingänge – an die SVA liefern. Dies kann auch dazu führen, dass Personen auf die Liste gesetzt werden, obwohl sie die offenen Forderungen innert 30 Tagen beglichen haben.

Seit Anfang Juli 2014 befindet sich erst eine dreistellige Zahl säumiger Versicherter auf der Liste, obwohl in diesem Zeitraum 7700 Betreibungen registriert wurden.

In Zusammenarbeit mit der SVA wird das DGS deshalb das Gespräch mit den Krankenkassen führen, um den unbefriedigenden Zustand im Sinn der Gesetzgebung zu beseitigen.