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Post plant grossen Abbau im Aargau: 32 Filialen droht die Schliessung – die Liste

Die Poststelle am Cordulaplatz ist eine von 32 im ganzen Kanton, die bis 2020 zugehen dürften. (Archiv)

Die Poststelle am Cordulaplatz ist eine von 32 im ganzen Kanton, die bis 2020 zugehen dürften. (Archiv)

Im Kanton Aargau könnte jede zweite der 88 Poststellen verschwinden. Die Post überprüft 32 Standorte. 11 weitere Poststellen sind bereits im Schliessungsprozess. Wir zeigen, welche Poststellen von der Schliessung gefährdet sind.

Die Post hat am Freitagmorgen ihre Zukunftspläne für den Kanton Aargau bekanntgegeben. Für 45 Filialen gibt die Post eine Garantie bis mindestens zum Jahr 2020 ab. Gleichzeitig sollen rund 30 neue Zugangsmöglichkeiten geschaffen werden. Den Prozess zur Zukunft der 32 nicht garantierten Postellen will die Post nach eigenen Angaben "in einer sorgfältigen Einzelfallprüfung angehen oder weiterverfolgen".

Der Aargauer Regierungsrat forderte die Post auf, den Dialog mit den Gemeinden über die Poststellen "ergebnisoffen zu führen und die Zahl der Schliessungen deutlich zu reduzieren". Auf die Schliessung von Poststellen, denen für eine ganze Talschaft oder Region eine wichtige Bedeutung zukomme, sei zu verzichten.

Mit Rudolfstetten-Friedlisberg hat sich auch eine erste betroffene Gemeinde zu Wort gemeldet.

Syndicom ruft zu Boykott auf

Die Gewerkschaft Syndicom spricht - wie bei den Abbauplänen der Post für die anderen Kantonen - von einem "Kahlschlag". Der Schliessungsprozess müsse boykottiert werden. Die Post ignoriere den Entscheid des Nationalrats, der sich klar gegen die Abbau der Poststellen ausgesprochen habe.

Laut der Mitteilung will die Post ersatzlose Schliessungen vermeiden. Priorität hat für sie der Aufbau von Partnerfilialen, etwa von Postagenturen in Dorfläden. Dieses Format sei beliebt, schreibt sie.

Die geplanten neuen 30 Zugangsmöglichkeiten umfassen etwa Services für Geschäftskunden, Aufgabe- und Abholstellen sowie die Platzierung von My Post 24-Automaten (Pakete und eingeschriebene Briefe rund um die Uhr abholen und Pakete aufgeben) an gut frequentierten Orten im Kanton.

Entlassungen will die Post bei ihrer Netzentwicklung vermeiden. Wo das nicht möglich ist, suche man mit den betroffenen Mitarbeitern nach passenden Lösungen.

Bislang 300 Poststellen gefährdet

Die Post hat - den Kanton Aargau mitgezählt - bislang die Pläne für 18 Kantone bekannt gegeben. In diesen stehen gemäss einer Auswertung der Nachrichtenagentur sda 298 Poststellen auf dem Spiel. Betroffen sind mehrere hundert Arbeitsplätze.

Für 450 Poststellen garantiert die Post den Weiterbetrieb bis ins Jahr 2020. Ähnlich hart wie den Aargau trifft es die Kantone Bern und Jura. (sda/mwa) 

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