Porträtserie
Kantischülerin Julia Noth aus Suhr wünscht sich gleiche Chancen für alle Menschen

Vor 50 Jahren wurde das Frauenstimmrecht eingeführt. Aus diesem Anlass stellt die AZ unter dem Titel «Frauenstimmen» jede Woche eine Frau aus dem Kanton Aargau vor. Heute: die 18-jährige Kantischülerin Julia Noth aus Suhr.

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Julia Noth will nach der Kanti studieren und Psychiaterin werden.

Julia Noth will nach der Kanti studieren und Psychiaterin werden.

Iris Krebs

Wer sind Sie?

Julia Noth: Mit den Worten «lieb, grosszügig, gemütlich, engagiert, fleissig, hilfsbereit, einfühlsam, offen und musikalisch» beschreiben mich meine Freundinnen. «Jugendlich» bedeutet mein Name. All das zusammengemixt ergibt mich: Julia, 18 Jahre alt, Kantischülerin aus Suhr.

Wofür erheben Sie Ihre Stimme?

Für Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Ehrlichkeit, meine Freunde, Offenheit.

Als 1971 das Frauenstimm- und Wahlrecht eingeführt wurde, waren Sie noch gar nicht auf der Welt…

Stimmt. Da habe ich «fliissig Stärndli butzt», wie man so schön sagt, und meine Grossmutter bei ihrer Freude an den neuen Rechten beobachtet.

Was braucht es für eine Chancengleichheit?

Hier fallen mir als erstes starke und selbstbewusste Frauen ein, die sich bis an die Spitze und noch weiter vorkämpfen und so zeigen, dass auch wir Führungskräfte sein können oder sind. Für die «allgemeine» Chancengleichheit muss als erstes die Akzeptanz aller erreicht werden.

Worauf sind Sie stolz?

Wenn man mich das in 20 Jahren fragen würde, hätte ich wahrscheinlich eine umfangreichere Antwort bereit, als ich sie jetzt geben kann. Aber ich bin stolz auf meine Mutter und Grossmutter, die mir und meinen Schwestern schon immer gesagt haben, dass wir alles erreichen können, was wir uns vornehmen, solange wir es durchziehen.

Wovon träumen Sie?

Ich habe noch viel vor in meinem Leben. In naher Zukunft ist das mein Kantiabschluss und mein Studium, das mich zu meinem Traumberuf Psychiaterin bringen soll. Etwas weiter in der Zukunft liegt mein Traum, Mutter zu werden und ein zufriedenes Leben zu haben.

Was ist Ihr Wunsch für die nächste Generation?

Mein Wunsch ist, dass alle Menschen gleiche Chancen haben im Leben – ganz egal wie sie aussehen, wo sie herkommen oder was ihr Geschlecht ist. Ein weiterer Wunsch von mir ist, dass die Klimakrise eingedämmt wird und die nächsten Generationen gar nichts Anderes als eine «gesunde» Welt kennen.