Aargau
Pornos und Gewalt auf Handys: Keine einheitliche Regelung an Schulen

In vielen Schulen dürfen Handys und Smartphones nicht sichtbar sein. Die Jugendlichen könnten elektronische Geräte gebrauchen, um illegale Inhalte auszutauschen oder auch, um Mitschüler zu mobben. Eine kantonale Regelung gibt es jedoch nicht.

Dino Nodari
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Cybermobbing auf dem Pausenplatz: Der Aargau kennt keine einheitliche Reglung zum Umgang mit Smartphones in Schulen. (key)

Cybermobbing auf dem Pausenplatz: Der Aargau kennt keine einheitliche Reglung zum Umgang mit Smartphones in Schulen. (key)

Keystone

Überall und jederzeit online: Das Smartphone ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Für Jugendliche bieten Smartphones jedoch nicht nur die Möglichkeit zu telefonieren, im Internet zu surfen oder im Unterricht zu spicken, sondern eben auch um pornografische und menschenverachtende Bilder und Videos zu verbreiten oder, um Mitschüler zu mobben.

Im Aargau gibt es keine einheitlichen Regelungen zum Umgang mit mobilen Kommunikationsgeräten an Schulen. Das schreibt der Regierungsrat in der Beantwortung der Interpellation von Roland Basler. Der BDP-Grossrat aus Oftringen wollte vom Regierungsrat wissen, wie die Schulen im Kanton den Umgang mit solchen Geräten geregelt haben.

Für die Beantwortung hat der Regierungsrat auf eine Vollerhebung verzichtet. Es obliege den Schulpflegen, Regeln und eine Hausordnung zu formulieren. Stichproben würden jedoch zeigen, dass viele Schulen in ihren Hausordnungen den Umgang mit elektronischen Geräten geregelt hätten. In den meisten Schulhäusern gelte folgende Regelung: «Elektronische Gerät müssen ausgeschaltet und dürfen nicht sichtbar sein.»

Ermahnungen, Verweise und Schulausschluss

Was aber passiert, wenn Schülerinnen und Schüler ihr Smartphone doch benutzen? Die Strafen beginnen mit Ermahnungen, führen über Verweise und können bis zu einem Schulausschluss führen. Bei leichten Verstössen werden die Geräte eingezogen und Straflektionen oder Arbeitseinsätze ausgesprochen.

Polizeiliche Massnahmen und Verfahren

Viele Hausordnungen würden zudem auf die Möglichkeit einer strafrechtlichen Anzeige hinweisen. Das bedeutet, dass bei einem Missbrauch zum Beispiel im Fall von Cybermobbing polizeiliche Massnahmen und Verfahren eingeleitet werden können.

Weil Cybermobbing und andere Vergehen mit elektronischen Medien oft im Grenzbereich von Schule und Freizeit stattfindet, sei auch die Involvierung von Eltern richtig und wichtig, schreibt der Regierungsrat weiter. Die Polizeiliche Beratungsstelle der Kantonspolizei Aargau hat zu diesem Zweck ein Vortragsmodul erstellt. In den letzten fünf Jahren wurden 79 Referatsauftritte verzeichnet.