Die Kettenbrücke in Aarau ist baufällig und muss ersetzt werden. Eine punktuelle Sanierung der 65-jährigen Brücke als Alternative würde die Verkehrsprobleme für Fussgängerinnen und Velofahrer nicht lösen, antwortet Grossrätin Barbara Portmann für die GLP dem Kanton in ihrer Vernehmlassung zum Pont Neuf. Und weiter: «Wahrscheinlich sind die Lebenszykluskosten des Pont Neuf aber sogar geringer als die einer reinen Sanierung.» Das sieht die BDP Aargau genau so. Grossrat Fabian Hauser: «Eine Sanierung wäre der falsche Weg. Es brauche «e gueti Brugg» mit moderner Wegführung. Und sie sei zeitnah zu erstellen. Die Brücke wirke elegant, biete allen Verkehrsteilnehmern den nötigen Raum und werde der Stadt «über etliche Jahrzehnte einen würdigen Zu- und Übergang über die Aare verschaffen», lobt auch Grossrätin Esther Gebhard-Schöni für die ebenfalls zustimmende EVP.

SP: Projekt überzeugt

Applaus kommt auch von der SP. Aarau beteilige sich zwar nur mit 30 Prozent (10 Millionen Franken). Das seien aber Investitionen für 80–100 Jahre. So relativiere sich der Beitrag von 23,02 Millionen Franken des Kantons: «Das Projekt überzeugt und fügt sich gut in das Stadtbild ein.» Nachdem Aarau das Projekt bereits gutgeheissen hat, signalisiert auch die CVP Zustimmung. In den Zusatzkosten seien Aufwertung des Aareraumes und Verbesserungen von Velo- und Fussgängerwegen bereits enthalten. Grossrat Marco Beng: «Diese Verbesserungen sind sinnvoll.»

Da die Kettenbrücke nur rund 60 Jahre ihren Dienst verrichte, erwarten die Grünen von der neuen Brücke «eine deutlich längere Lebensdauer und ein tadelloses Funktionieren». Und es sei zwingend anzustreben, so Grossrat Hansjörg Wittwer, «dass der Langsamverkehr prioritär behandelt wird».

Der az liegt keine einzige abgehende Stellungnahme vor. Auch der Gewerbeverband unterstützt das Vorhaben. Die Kosten für den Neubau seien hoch, «aber vertretbar». Der Aareübergang müsse jedoch während der Bauarbeiten dank Ersatzbrücke «ohne Unterbruch benützbar sein».

SVP will noch mehr Unterlagen

Auch die SVP anerkennt Handlungsbedarf. Die Kosten seien aber sehr hoch. Abschliessend urteilen könne man erst, wenn auch die Details zu den Sanierungskosten offengelegt und die Kosten vergleichbarer Projekte dargelegt werden. Nur so könne das Parlament in Kenntnis aller Fakten entscheiden, schreiben Präsident Thomas Burgherr und Parteisekretär Pascal Furer.

Sagt der Grosse Rat Ja zum Kantonsbeitrag und läuft weiter alles rund, ist der Ersatzbau 2016/17 geplant.