Kriminalität

Polizeistatistik: Wenn der Christbaum brennt, werden die Pöbler sanft

Eine Frau löscht einen brennenden Christbaum. Die Statistik zeigt, dass die Aargauer Polizei im Dezember am meisten Brände meldet.

Eine Frau löscht einen brennenden Christbaum. Die Statistik zeigt, dass die Aargauer Polizei im Dezember am meisten Brände meldet.

Wie brennende Christbäume, eierwerfende Jugendliche und Sommernachts-Pöbler die Polizeistatistik beeinflussen.

Im Mai verschickt die Kantonspolizei Aargau am meisten Mitteilungen zu Unfällen. Auch im Herbst gibt es nochmals eine Häufung. Parallel zu dieser Zunahme steigt auch die Kurve der Einbrüche, Diebstähle und Betrügereien im Oktober. Dass es mehr Einbrüche gibt, sei den Dämmerungseinbrüchen geschuldet, sagt Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau.

Doch es gibt eine gute Nachricht: Seit Jahren nimmt die Zahl der Einbrüche und Diebstähle ab, nachdem sie um das Jahr 2011 herum ihren Höchststand erreicht hatte. Damals beschäftigten auch Einbrüche während der Sommerferien die Polizei deutlich häufiger als heute.

Auch über andere Kategorien lassen sich Aussagen machen: Im Dezember informiert die Polizei besonders häufig über Brände, wohingegen Gewalttaten und Vandalismus im Advents-Monat abnehmen. Graser bestätigt, dass diese Delikte im Dezember weniger vorkommen und nicht etwa die Polizei auf Mitteilungen verzichtet, um die Besinnlichkeit nicht zu stören. Der Hauptgrund für die überdurchschnittlich vielen Brandmitteilungen sind entflammte Christbäume, brennen gelassene Kerzen und defekte Weihnachtsdekorationen. Das zeigt ein Blick in die 13'200 Medienmitteilungen, die die Polizei zwischen Juni 2000 und Mai 2018 verschickt hat. Im Winter kommt es aber auch zu mehr Bränden wegen defekten Heizungen und Öfen.

Dass die Kurve von Gewalt und Drohungen im Juni zum Höhepunkt kommt, erklärt sich Graser damit, dass sich die Leute eher wieder im Freien aufhalten und dort aneinander geraten. Die Kurve werde auch von der grassierenden Jugendgewalt beeinflusst, die ungefähr zwischen 2008 und 2012 geherrscht habe.

Dass Vandalismus im November kulminiert, hat einen einfachen Grund: Halloween am 31. Oktober. Der Höchstwert der Vermisstmeldungen im August sei Zufall, sagt Graser.

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