Rücktritt
Polizeikommandant Reinhardt nimmt wegen Verkehrsdelikten den Hut

Der Aargauer Polizeikommandant Stephan Reinhardt tritt auf Ende 2012 zurück. Den Kommandantenjob gibt er bereits Ende August ab. Der Rücktritt ist die Folge von mehreren Verkehrsdelikten, die er sich in den letzten Jahren zu Schulden kommen liess.

Rüdi Steiner
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Seit dem Vergehen habe er sich vertieft über den Vorfall und die Folgen Gedanken gemacht, erklärte Reinhardt heute Montagnachtmittag. Dazu kommt: Es war nicht der einzige Vorfall, den sich Reinhardt in den letzten Jahren zu Schulde kommen liess. Er wurde früher bereits einmal mit übersetzter Geschwindigkeit geblitzt. Zudem wurde er erwischt, als er mit zu viel Promillen mit dem Motorrad unterwegs war.

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Silvan Hartmann

Die Delikte seien ihm zwar als Privatperson passiert und liegen teilweise viele Jahre zurück, sagte Reinhardt. Nach reiflicher Überlegung sei er zur Auffassung gelangt, dass sich seine Vorbildrolle als oberster Kantonspolizist auf weitere Sicht nicht mit diesen Delikten in Einklang bringen lasse.

Noch bis Ende August im Amt

Reinhardt hat daher vor wenigen Tagen beim Regierungsrat seine Kündigung per Ende Jahr 2012 eingereicht. Das Amt als Kommandant gibt er bereits Ende August ab.

Ans Tageslicht gekommen ist das Ganze vor einem Monat. Damals wurde bekannt, dass Reinhardt vor einem Jahr bei der Autobahnauffahrt in Zürich mit 86 statt der erlaubten 60 km/h in die Radarfalle raste. Reinhardt hat sich für den Vorfall entschuldigt. Er muss dafür den Ausweis für sechs Monate abgeben, wie er heute erklärte.

Schlammschlacht verhindern

Weitere Konsequenzen hatte der Tempo-Exzess damals nicht. Der Regierungsrat und sämtliche politischen Parteien stärkten Reinhardt den Rücken. Kritik gab es damals allerdings aus den eigenen Reihen.

Der Polizeikommandant sorgt mit seinem Rücktritt wohl auch dafür, dass nicht eine Schlammschlacht wegen den Verkehrsvergehen losgetreten werden kann. Denn bis jetzt ging man nur von einem Delikt und nicht deren drei aus.

Der Regierungsrat hat die Kündigung akzeptiert. Er bedauert den Abgang und zollt der Haltung von Reinhardt Respekt, wie er in einer Mitteilung schreibt.