TalkTäglich

Polizeikommandant Leupold: «Ich hatte auch schon eine Parkbusse»

Kantonspolizei-Kommandant Michael Leupold und der Wettinger Vizeammann Heiner Studer (von links) diskutierten mit Nordwestschweiz-Inlandchef Stefan Schmid im «TalkTäglich» über Polizeigewalt. Bütschi

Kantonspolizei-Kommandant Michael Leupold und der Wettinger Vizeammann Heiner Studer (von links) diskutierten mit Nordwestschweiz-Inlandchef Stefan Schmid im «TalkTäglich» über Polizeigewalt. Bütschi

Polizeikommandant Michael Leupold räumt ein, dass bei der Auswahl von Polizisten immer ein Restrisiko bleibt. Bei Bagatelldelikten ist er für Toleranz – bei Gewalt oder Charakterfehlern für eine harte Linie. Den Demo-Einsatz in Aarau verteidigt er.

Vor einer Woche geriet die Regionalpolizei Wettingen in die Schlagzeilen, weil im Korps zwei vorbestrafte Beamte tätig sind. In der Sendung «TalkTäglich» diskutierten gestern Dienstagabend der Wettinger Vizeammann Heiner Studer und der Aargauer Polizeikommandant Michael Leupold das Thema.

Leupold sagte, er habe selber auch schon eine Parkbusse eingefangen – dies ist für in aber kein Hinderungsgrund für eine Polizeikarriere. Anders sieht es aus bei Gewaltdelikten oder einem Verhalten, das auf charakterliche Fehler hinweist. «Dann muss man einem Bewerber mitteilen, dass er für den Polizeidienst nicht geeignet ist.»

Wettingen: Studer verteidigt sich

Heiner Studer, neben seinem Amt als Wettinger Vizeammann langjähriges Mitglied der Aargauer Polizeikommission, hielt fest: «Wir haben bei der Anstellung unserer Polizisten alles gemacht, was möglich war, um den Hintergrund abzuklären.» Weil die Vorstrafen der beiden Polizisten inzwischen wieder gelöscht seien und nicht im Strafregister auftauchten, habe der Gemeinderat nichts davon gewusst.

Studer hielt fest, nun würden die beiden Fälle genau analysiert, bevor über Konsequenzen entschiedene werde. Auf Nachfrage von AZ-Inlandchef Stefan Schmid sagte Studer, der Gemeinderat würde rückblickend alles gleich machen, wenn es um eine Polizei-Anstellung gehe.

Polizeikommandant Leupold hielt fest, bei der Kantonspolizei würden Bewerber nach einem sehr strengen Verfahren ausgewählt. Neben einem Strafregisterauszug müssten sie eine Erklärung unterzeichnen, «dass sie keine Vorstrafen haben und kein Strafverfahren gegen sie läuft». Leupold räumte aber ein, auch dieses Vorgehen garantiere keine 100-prozentige Sicherheit bei der Auswahl.

Demo-Inhalte sind der Polizei egal

Ein zweites Thema war das harte Eingreifen der Polizei gegen Vertreter der Juso, die am Samstag in Aarau eine Demonstration von Abtreibungsgegnern stören wollten.

Leupold hielt fest, es gebe kein Recht darauf, eine bewilligte Demonstration zu stören. «Wenn jemand Rauchpetarden wirft und Demonstranten, die keine Verstärker benutzen dürfen, mit einem Megafon niederschreit, dann müssen wir eingreifen.»

Er betonte, die Polizei habe niemanden verhaftet, sondern nur Gegendemonstranten weggewiesen. Scherzhaft sagte er, diese hätten sogar noch von einem polizeilichen Shuttle-Service an den Bahnhof profitieren können.

Leupold betonte, die Polizei interessiere sich nicht für die politischen Inhalte einer Kundgebung. «Wir hätten ebenso gehandelt, wenn Rechtsradikale eine bewilligte Demonstration mit linken Botschaften gestört hätten», hielt er fest.

Den Link zur Sendung TalkTäglich finden Sie hier.

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