«Die Kernaufgabe der Polizei besteht darin, die Kriminalität zu bekämpfen und die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten», sagte Urs Hofmann, Vorsteher des Departements Volkswirtschaft und Inneres (DVI), am Freitag vor den Medien in Schafisheim. Wichtig sei, dass sich die Menschen im Kanton sicher fühlten und den Behörden vertrauten, dass diese das Mögliche zur Gewährleistung der inneren Sicherheit unternehmen. Dies ist im Aargau eine besondere Herausforderung, denn der Kanton habe weiterhin das kleinste Kantonspolizeikorps, gemessen an der Einwohnerzahl, hielt Hofmann fest.

Im Rückblick auf das vergangene Jahr zog Polizeikommandant Michael Leupold vor den Medien eine positive Bilanz. Detailzahlen publiziert die Aargauer Kantonspolizei erst später, wenn die nationale Statistik veröffentlicht wird. Leupold hielt aber am Freitag schon fest, Gefahren für die öffentliche Sicherheit seien unvermindert vorhanden. Die Polizei sei zum Schutz der Bevölkerung gefordert. Daher wird die Polizeiausbildung 2020 schweizweit von einem auf zwei Jahre verlängert. Für die zukünftigen Herausforderungen von technologiebasierter Kriminalität bestehe bei den Kantonspolizisten vermehrt ein Bedarf nach IT-Fachkompetenz.

Alle Tötungsdelikte geklärt

Kriminalpolizei-Chef Markus Gisin führte aus, alle sechs Tötungsdelikte seien aufgeklärt worden. Die Zahl aller registrierter Gewaltdelikte habe im Vergleich zum Vorjahr leicht zugenommen. Die Ursache seien vor allem mehr Strafanzeigen wegen Tätlichkeiten im nahen sozialen Umfeld, also häusliche Gewalt. Auch die Zahl der Straftaten gemäss Strafgesetz habe leicht zugenommen, sei jedoch stabil.

Zur Verhinderung von Delikten setzt die Kantonspolizei im Aargau weiterhin auf eine sichtbare Präsenz. Dies zeigt offenbar Wirkung: Bei Einbrüchen im Wohnbereich sei 2018 ein Rückgang von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erreicht worden, sagte Heinz Meier, Abteilungschef Stationierte Polizei. Zuletzt wurden Ende November gleich zwei Grosskontrollen mit jeweils mehr als 100 Personen durchgeführt. Dabei standen Kantons-, Regional- und Transportpolizei sowie Grenzwachtkorps in einer koordinierten Fahndungsaktion gegen Einbrecher im Einsatz.
Auch die Kontrolle an sogenannten Hotspots wie Bahnhöfen zeigte Wirkung. Seit April 2018 wurden bei solchen Aktionen unter anderem 66 verschiedene Messer eingezogen. Das blieb gemäss Polizei nicht ohne Wirkung: Seit Beginn der Aktion «Effectus+» gab es keinen Raufhandel mehr im öffentlichen Raum, bei dem Stichwaffen eingesetzt wurden. Zuvor war dies häufiger vorgekommen, in früheren Jahren kam es mehrfach zu Messerstechereien oder Schlägereien unter alkoholisierten Asylbewerbern.

16 Verkehrstote im Aargau

Auch im vergangenen Jahr war die Verkehrssicherheit im Aargau auf hohem Niveau stabil, wie Rudolf Scherer, der Abteilungschef Mobile Polizei, festhielt. Es seien insgesamt 16 Verkehrstote zu beklagen – eine Person weniger als im Vorjahr. Bei den Opfern handelt es sich durchweg um Erwachsene, kein Kind sei auf Aargauer Strassen verstorben. Indes kam es zu mehr Unfällen, in die Velofahrende involviert waren. Ein Drittel der schwer geschädigten Personen stamme aus diesem Bereich. Auch die Fälle mit fahrunfähigen Verkehrsteilnehmern unter Alkohol- und Drogeneinfluss nahmen leicht zu. (sda/fh)