Aarburg
Polizei kennt Motorrad nicht und büsst 62-jährigen Italiener zu Unrecht

Guido Di Pietro aus Aarburg verlor sein Autobillet. Um mobil zu bleiben, kaufte er sich einen Elektroroller, für den es keinen Ausweis braucht. Trotzdem wurde er festgenommen und zu einer Busse von 5000 Franken verdonnert.

Roman Michel
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Guido Di Pietro kann mit seinem Roller nur 20km/h fahren und braucht deshalb keinen Ausweis. Trotzdem wurde er zu einer Busse verdonnert. (Symbolbild)

Guido Di Pietro kann mit seinem Roller nur 20km/h fahren und braucht deshalb keinen Ausweis. Trotzdem wurde er zu einer Busse verdonnert. (Symbolbild)

Keystone

Es war ein Märzabend, als Di Pietro mit seinem Elektroroller Vespino in eine Polizeikontrolle kam. Gerade 20 km/h fährt die Maschine, für die es weder Führer- noch Fahrzeugausweis braucht.

Nur: Die Polizisten wussten nichts von dieser Regelung. Sie verzeigten den 62-jährigen Aarburger, weil er zu wiederholten Mal ohne Ausweis unterwegs gewesen sei.

Der Gipser versuchte sich zu erklären, allerdings ohne Erfolg. «Obwohl ich ihnen sogar den entsprechenden Gesetzesauszug vorzeigte», sagte Di Pietro gegenüber «Blick».

In Handschellen abgeführt

Er beschwerte sich daraufhin bei den Beamten, was diese aber als Provokation auffassten. «Sie stiessen mich gegen das Polizeiauto und legten mir Handschellen an», sagt Di Pietro.

Zwar konnte der Italiener den Polizeiposten nach einer Befragung wieder verlassen, seine Vespino musste er aber in Begleitung eines Beamten nach Hause schieben.

Obwohl sich sogar der Inhaber des Rollergeschäfts, bei dem Di Pietro die Vespino gekauft hatte, beim Staatsanwalt einsetzte, wurde der 62-Jährige zu 5000 Franken Busse und 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit verdonnert.

«Beamten wussten nichts von Kategorie»

Doch nun reichte die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm einen Revisionsantrag ans Obergericht ein – eine Premiere für die Staatsanwaltschaft.

Deren Sprecherin Elisabeth Strebel erklärt gegenüber «Blick»: «Die Beamten wussten nicht, dass dieser Roller zu keiner eigentlichen Kategorie gehört und entsprechend keinen Führer- oder Fahrzeugausweis braucht.» Wenigstens eine Wissenslücke haben die Beamten nun geschlossen.

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