WM 2018
Polizei hat Schweizer Spiel gegen Serbien im Blick

Wenn die Schweiz am Freitagabend an der WM auf Serbien trifft, könnte das Spannungen zwischen Serben und Kosovaren verursachen. Die Polizei ist sich der Brisanz der Partie bewusst.

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Xherdan Shaqiri hat auf Instagram ein Bild seiner Schuhe gepostet. Darauf sind zwei Flaggen zu sehen: Jene der Schweiz und jene des Kosovos. Prompt erhält er wütende Kommentare von Serbien-Anhängern.

Bei der Kantonspolizei Aargau ist man sich bewusst, dass die Emotionen rund um das Spiel Schweiz-Serbien überschäumen könnten: Man habe eine Risikoanalyse gemacht und Spiele definiert, die mehr Aufwand geben könnten, sagt Roland Pfister, Mediensprecher der Kapo, zum Regionalsender Tele M1. "Schweiz-Serbien gehört sicher dazu", sagt Pfister.

Das Problem: Serbien erachtet den Kosovo als serbische Provinz – anders als die Schweiz und 111 weitere Länder, die ihn als eigenständigen Staat anerkennen. Im Kosovo leben mehrheitlich Albaner, weshalb es zwischen diesen und Serben immer wieder zu Spannungen kommt.

Das zeigte sich auch 2014 im EM-Qualifikationsspiel zwischen Serbien und Albanien. Es kam zu Krawallen, weil die grossalbanische Flagge von einer Drohne ins Stadion geflogen wurde.

Grosse Spannungen beim Match Schweiz-Serbien erwartet

Grosse Spannungen beim Match Schweiz-Serbien erwartet

LAURENT GILLIERON

Ivan Milovanovic vom serbischen Kultur- und Folkloreverein Schönenwerd findet den Tumult um die Nationalitäten unnötig. Die Spieler seien Schweizer, seien eingebürgert.

Das grösste Solothurner Public Viewing hat sein Sicherheitskonzept für den Match leicht angepasst. Um Pöbeleien zu verhindern, versammeln sich die serbischen Fans ausserhalb der Arena und betreten diese dann geschlossen. In Fislisbach ist man entspannter: "Wir haben keine Bedenken", sagt Thomas Küng von der WM-Schür. Sein Publikum sei ein gemütliches Volk. (mwa)