Montagmorgen 5 Uhr in Villigen: Bei der Gemüseverarbeitungsfirma Schwarz Viva beginnt die Frühschicht. 40 der insgesamt über 100 Mitarbeiter waschen frische Salate, schälen Kartoffeln, schneiden Karotten. Eine neue Woche ist angebrochen – es soll ein Arbeitstag wie jeder andere werden.

Nur 30 Minuten nach der Produktionsaufnahme spüren Mitarbeiter, dass etwas nicht stimmt – vielen wird schwarz vor Augen. «Sie klagten über Kopfschmerzen, Atembeschwerden oder Übelkeit. Wir haben sofort die Maschinen abgestellt und sind ins Freie gegangen», sagt Produktionsleiter Peter Gisi. Dort alarmiert er die Ambulanz und informiert die Geschäftsleitung.

Gelähmte Arme und Beine

Produktionsleiter Gisi stellt sicher, dass sich niemand mehr in den Räumlichkeiten befindet. Auf dem Vorplatz beklagen sich vier Mitarbeiter sogar über Lähmungserscheinungen an Armen und Beinen. Gemeinsam mit acht weiteren Mitarbeitern, denen schwindlig war und die sich über Übelkeit beklagten, mussten sie mit Verdacht auf eine Vergiftung ins Spital gebracht werden.

Ursache nicht bekannt

Doch was ist passiert? Experten stellen nach ersten Untersuchungen fest, dass sich in den Produktionshallen Kohlenmonoxid ausgebreitet haben muss. Ein äusserst giftiges Gas (siehe Box). Warum dies jedoch passierte, ist bis heute unklar. «Der ganze Vorfall ist sehr seltsam. Wir arbeiten überhaupt nicht mit Gasen oder anderen Stoffen, von denen eine Ausbreitung von Kohlenmonoxid ausgehen könnte», sagt Michael Landenberger, Geschäftsleiter der Schwarz Viva.

Mitglieder der Geschäftsleitung nehmen an, dass das giftige Gas bei einer Maschine entstand und sich über die Lüftung ausbreitete. Doch selbst Chemie-Profis können die Ursache nach wie vor nicht finden. «Wir arbeiten unter Hochdruck, dass der Vorfall bestimmt nie wieder passiert», so Landenberger und schüttelt den Kopf: «Ich kann das nicht fassen. Ich arbeite seit 30 Jahren in dieser Branche und habe so etwas noch nie erlebt.»

Glücklicherweise ging der Zwischenfall glimpflich aus: Noch am Montagabend konnten die letzten Mitarbeiter aus dem Spital entlassen werden. Das Gemüse, welches während des Zwischenfalls verarbeitet wurde, landete im Abfalleimer.

Den Humor hat der Geschäftsleiter nach dem Zwischenfall nicht verloren: «Schön, dass alle Mitarbeiter wieder gesund sind und arbeiten können. Das muss wohl wegen unseres gesunden Gemüses sein.»