Es ist paradox, doch «Auflösungserscheinungen» zeigten sich bereits bei der Gründung der Piratenpartei. Es handelt sich ja auch nicht um eine politische Organisation, in welcher Mitglieder gemeinsam in eine Richtung gehen, um verschiedene politische Anliegen zu vertreten. Es ist viel eher der Zusammenschluss von Individuen mit unterschiedlichen politischen Ansichten.

Schritt in die Unabhängigkeit

An der Piratenversammlung diese Woche haben die Parteimitglieder den vom Vorstand vorgeschlagenen organisatorischen Änderungen zugestimmt. Die Aargauer Piraten wagen damit knapp 3 Jahre nach ihrer Gründung den Schritt in die Unabhängigkeit: «Wir sind fortan nicht mehr eine kantonale Sektion der Piratenpartei Schweiz, sondern eine eigenständige Partei. Somit können wir uns vermehrt um politische Anliegen im Aargau kümmern und uns in der kantonalen Politik einbringen – einiges ist bereits am Brodeln», hielt Parteipräsident Stefan Ott fest.

Für die Mitglieder ändert sich wenig

Weiter war vom Präsidenten zu erfahren: «Für unsere Mitglieder ändert sich wenig. Alle bisherigen Mitglieder der Aargauer Sektion sind weiterhin Mitglieder der Piratenpartei Aargau. Für das Jahr 2014 hat die Piratenversammlung einen Mitgliederbeitrag von 50 Franken beziehungsweise 25 Franken für Mitglieder mit tiefen Einkommen, festgelegt. Dieser Beitrag wird neu direkt von der Piratenpartei Aargau eingezogen. Auch ist die Mitgliedschaft in der Piratenpartei Aargau neu nicht mehr an die Mitgliedschaft in der Piratenpartei Schweiz gebunden, bei der wir uns für die Unterstützung bedanken; wir hoffen weiterhin auf gute und produktive Zusammenarbeit.»

Aargauer dürfen Namen eventuell behalten

Mediensprecher Denis Simonet erwähnte gegenüber der Aargauer Zeitung auf Anfrage: «Die Piratenpartei Aargau darf voraussichtlich den Namen behalten.»

Damit sich keine weitere Kantonalpartei von der Mutterpartei abspaltet, werde sich die Piratenpartei Schweiz künftig intensiver um die einzelnen Sektionen kümmern, so Simonet, denn: «Schliesslich wollen wir als Piratenpartei alle am gleichen Strick ziehen.»