Kommentar
Pillenkrieg: Das Apotheker-Kalkül ist aufgegangen

Im Aargau bleibt alles beim Alten: Verschreibungspflichtige Medikamente müssen auch künftig beim Apotheker geholt werden. Kommentar von Matthias Küng.

Mathias Küng
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Im Aargau müssen auch künftig verschreibungspflichtige Medikamente in der Apotheke geholt werden. (Symbolbild)

Im Aargau müssen auch künftig verschreibungspflichtige Medikamente in der Apotheke geholt werden. (Symbolbild)

Keystone

In der Deutschschweiz ist der Aargau mit seiner Regelung, wonach verschriebene Medikamente grundsätzlich in der Apotheke zu holen sind, ein Exot. Und er bleibt es. Die Abstimmungsresultate zeigen nämlich, dass die Aargauer Bevölkerung mit der geltenden Regelung zufrieden ist, weil sie funktioniert.

Das Resultat zeigt aber auch: Die Regelung, wonach Ärzte in Gebieten ohne Apotheke Medikamente verkaufen dürfen, ist genauso akzeptiert – und zwar in den Randregionen, wo sie praktiziert wird. Der Aargau und die Apotheker fahren also gut damit, auch dies zu respektieren.

Dass die Ärzte-Initiative so überraschend deutlich gescheitert ist, ist auch auf die Apotheker-Initiative zurückzuführen, die faktisch als Gegenvorschlag diente. Damit konnten die Apotheker viele Unentschlossene auf ihre Seite ziehen. Auch die über 50 000 Unterschriften, die sie für ihre Initiative gesammelt hatten, konnten sie in die Waagschale werfen. Ihre Befürchtung, Dutzende Apotheken könnten der Ärzte-Initiative zum Opfer fallen, trug das ihre dazu bei. Die Initiative der Apotheker ist zwar auch abgelehnt worden, aber das tut ihnen nicht weh. Hauptziel war die Verteidigung der geltenden Regelung. Das ist gelungen, ihr Kalkül ist voll aufgegangen.

Noch ungelöst ist damit die Problematik älterer Landärzte, die keine Nachfolger finden. Hier ist die Politik gefordert. Ziel muss sein, diese kostengünstigen Player zu erhalten. Denn sie sind für eine flächendeckend funktionierende Gesundheitsversorgung unverzichtbar.

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