Giacobbo/Müller
Philipp Müller wird FDP-Präsident, wenn Harry Hasler ihn fährt

FDP-Nationalrat Philipp Müller bei Giacobbo/Müller: Das sorgt für Spektakel. Der Aargauer Politiker gab nicht ganz ernst gemeinte Kommentare über sein gewolltes Amt als FDP-Präsident ab. Und Viktor Giacobbo sprach vom «Arschloch-Ort» Aargau.

Simon Binz
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FDP Nationalrat Philipp Müller bei Giacobbo/Müller

FDP Nationalrat Philipp Müller bei Giacobbo/Müller

Screenshot SRF

Nach einem kurzen Einstiegsgespräch über die Banken und die USA konnte sich Nationalrat Müller einen kleinen Seitenhieb gegen den ewig unterbrechenden Viktor Giacobbo nicht verkneifen. «Danke für die Einladung, das war wahrscheinlich das schlechte Gewissen, weil Sie mich das letzte Mal nicht ausreden liessen.» Giacobbo wiederum konterte, das sei genau andersrum gewesen, er möge sich erinnern, dass ihn Müller nicht ausreden liess.

Die SP braucht es nicht mehr

Müller gelangte zurück zum Thema Banken und parlierte etwas länger: «Die Banken haben bewiesen, dass sie sehr effizient sind und das Bankgeheimnis in kürzester Zeit geknackt haben. Die Linken haben 30 bis 40 Jahre geübt und es ist ihnen nicht gelungen, das zeigt, dass es diese Parteien gar nicht mehr braucht.» Giacobbo darauf: «Also kurz und knackig ausgedrückt: Die Banken treiben uns selber in den Ruin, da braucht es die SP nicht dazu?»

Der Aargau als «Arschloch-Ort» der Schweiz

Der amtierende Nationalrat aus dem Aargau gab sich sehr spontan und versuchte auch immer wieder Mal mit Witz, dem Satiriker Giacobbo entgegenzutreten. Ob denn genügend Strom vorhanden sei um die Sendung bis zum Ende zu produzieren, fragte er in Anbetracht auf das Zürcher Strom-Blackout. Diese Frage nutzte Giacobbo, um auf die Atomkraftwerke im Aargau einzugehen und sagte: «Das kommt drauf an: es hat ja alle AKW bei Ihnen.»

Giacobbo spitzelte weiter gegen Müller: Er glaube, es brauche ein weiteres AKW im Aargau und man solle doch auch gleich das atomare Endlager am gleichen Standort machen. «Ich meine, wenn man schon einen Arschloch-Ort hat, dann sollte doch gleich alles dort untergebracht werden», platzte es aus dem Mund des Zürcher Satirikers. Diese Aussage löste bei Nationalrat Müller nur ein müdes Lächeln aus.

Komiker und baldiger FDP Präsident?

Gegen den Schluss des Gesprächs lenkte Viktor Giacobbo auf das Präsidium der FDP Schweiz und wollte von Müller wissen, ob er nun FDP-Präsident werde. Philipp Müller mit Humor: «Ich mache ein klares und deutliches Statement. So, wie man es von der FDP gewohnt ist: Wenn ich Harry Hasler als Chauffeur bekomme, dann mache ich es», sagte Müller und erntete damit verhaltenes Gelächter einzelner Personen.

«Sie werden mich wieder einladen»

Alles in allem hat sich der Aargauer Nationalrat gut gehalten, was bis zuweilen bei dem sehr lauten und oft unterbrechenden Viktor Giacobbo ein nicht allzu einfaches Unterfangen sein dürfte.

So meint Philipp Müller auf Anfrage der az: «Ich habe mir vor der Show nichts vorgenommen, das wäre der grösste Fehler bei einer Sendung dieses Formats.» Er könne auch seinen Auftritt selber nicht beurteilen, aber beim anschliessenden Nachtessen sei sein Auftritt von der Chefredaktion als «originell und positiv» gewertet worden.

«Ich war ja nicht das erste Mal zu Besuch bei Giacobbo/Müller und sie haben mir gesagt, dass sie mich wieder einladen würden», so der FDP-Nationalrat zur az.

Sehen Sie den Auftritt bei Giacobbo/Müller von Philipp Müller hier im Video.