Schon im März meldete Yvonne Feri (SP) ihre Ambitionen für den Ständerat an, die SVP portiert nun Hansjörg Knecht fürs «Stöckli» – links und rechts haben ihre Kandidaturen also in Stellung gebracht. Noch keine Namen sind aus der politischen Mitte bekannt – dort stellt sich primär die Frage, ob Philipp Müller (FDP) nochmals antritt.

Müller zog 2015 als Nachfolger von Christine Egerszegi in den Ständerat ein, er setzte sich damals im zweiten Wahlgang gegen Hansjörg Knecht und Ruth Humbel (CVP) durch. Auf der Website von Philipp Müller findet sich zwar eine Rubrik «Ständeratswahlen», diese ist aber nicht aktuell, sondern enthält Medienberichte, Empfehlungen, Leserbriefe und Testimonials für die Wahlen 2015. Beim nächsten Wahltermin im Herbst 2019 wäre er 67-jährig – denkt der Freisinnige an die politische Pensionierung? Oder tritt er im kommenden Jahr nochmals an, um den freisinnigen Sitz zu verteidigen?

FDP-Aargau-Präsident Lukas Pfisterer sagte schon im Februar, er würde sich freuen, wenn Müller 2019 bei den Ständeratswahlen wieder antritt. «Er ist ein sehr profilierter Politiker, wir sind im Gespräch mit ihm», sagte Pfisterer damals. Müller werde seinen Entscheid, ob er nochmals kandidiere, zu gegebener Zeit bekannt geben.

Umzug nach Meisterschwanden

Für die AZ war Philipp Müller gestern Mittwoch nicht erreichbar. Klar ist aber schon: Sollte der ehemalige FDP-Präsident im Herbst 2019 wieder antreten, wird hinter seinem Namen nicht mehr Reinach als Wohnort stehen. Der Freisinnige ist kürzlich umgezogen, ein Blick ins Register der Ständeräte zeigt den neuen Wohnort: 5616 Meisterschwanden/AG. Laut der Telefondatenbank local.ch ist auch der Sitz von Müllers Generalunternehmung nun dort.

Vor zwei Jahren gab es schon einmal Umzugsgerüchte um Philipp Müller. Damals tauchte sein Name auf einem Baugesuch für die Sanierung eines Einfamilienhauses in Meisterschwanden auf. Laut dem Grundbuchamt war Müller auch Besitzer der Parzelle, auf der das Sechs-Zimmer-Haus steht. Dieses war Anfang 2016 für über eine Million Franken zum Verkauf ausgeschrieben. Müller hielt damals auf Anfrage der AZ fest, er ziehe nicht von Reinach weg. Er baue das Haus in Meisterschwanden lediglich um, es sei inzwischen schon wieder verkauft.

Nun wohnt Müller mit seiner zweiten Frau Valesca Zaugg (45), Geschäftsführerin der Stiftung Roadcross, an schönster Lage über dem Hallwilersee. Sein früheres Wohnhaus in Reinach hat der Ständerat nach AZ-Informationen bereits im Frühling verkauft. Mit dem Umzug ändert sich auch seine Steuerbelastung: Während der Steuerfuss in Reinach mit 119 Prozent (im Jahr 2017, heute 115%) zu den höheren im Kanton zählt, beträgt er in Meisterschwanden gerade mal 65 Prozent.

Ersparnis von 80 000 Franken?

Gegenüber dem «Blick» legte Philipp Müller im Jahr 2004 seine Finanz- und Steuersituation offen. «Allein im Jahr 2002 habe ich 1,14 Millionen Franken Steuern bezahlt», sagte er damals. Der Generalunternehmer gab sein durchschnittliches steuerbares Einkommen für die Jahre 2001 bis 2003 mit jeweils gut 1,4 Millionen Franken an.

Nimmt man dieselbe Zahl für heute an, ergibt sich mit dem Umzug von Reinach nach Meisterschwanden eine grosse Steuerersparnis. Für das Jahr 2017, als er im Wynental wohnte, würden Gemeindesteuern von knapp 175 000 Franken fällig. Für das Jahr 2018, nun mit Wohnsitz im Steuerparadies am Hallwilersee, würde sich die Belastung auf gut 95 500 Franken reduzieren. Mit dem Umzug spart Müller gemäss dieser Berechnung also rund 80 000 Franken pro Jahr.