Verkehr
Pfeilschnelle Plauschradler: Fahrkurse für E-Bikes

Der Aargauer SVP-Nationalrat Miximilian Reimann will, dass E-Bikes künstlich Lärm erzeugen. Relativ schnell und trotzdem praktisch geräuschlos unterwegs zu sein, sei gefährlich. Besser wären Fahrkurse - denn oft mangelt es E-Bikern an Fahrvermögen.

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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Eine E-Bike-Fahrerin: Schnell und geräuschlos.

Eine E-Bike-Fahrerin: Schnell und geräuschlos.

Keystone

Maximilian Reimann hat recht: E-Bikes können für Senioren gefährlich sein. Allerdings kaum für die älteren Menschen auf dem Trottoir oder Fussweg, wie der SVP-Nationalrat befürchtet. Denn die Verkehrsstatistik zeigt auf: Fussgänger sind nur gerade bei zwei Prozent der Unfälle mit Elektrovelos betroffen.

Es ist natürlich bedauerlich, wenn ein E-Biker einen Fussgänger anfährt und verletzt. Doch dies ist selten, zudem können sich Velofahrer mit der Glocke bemerkbar machen. Dass mit Reimann ausgerechnet ein Vertreter der SVP, die sonst konsequent auf Eigenverantwortung setzt, einen Geräuschgenerator für alle E-Bikes fordert, ist erstaunlich.

Viel sinnvoller als ein solches Gerät am Elektrovelo wären Fahrkurse für E-Biker. Denn ein solches Gefährt ist kein normales Velo: Dank der Elektromotoren, die beim Treten helfen, kommen E-Biker locker auf 40 bis 50 Stundenkilometer. Damit erreichen unerfahrene Plauschradler mit wenig Kraftaufwand eine Geschwindigkeit, die sonst nur gut trainierte Radfahrer schaffen.

Bei diesem Tempo das Velo sicher zu beherrschen, ist anspruchsvoll und will geübt sein. Dafür müssen keine obligatorischen Fahrkurse vorgeschrieben werden, wie sie Neulenker von Autos absolvieren müssen. Aber die Versicherungen könnten solche Kurse unterstützen und so einen Anreiz für mehr Sicherheit auf dem E-Bike bieten.