Peter Diriwächter (50) aus Aarau Rohr ist stark sehbehindert. Doch sein Blindenführhund, der Königspudel Lucky, ermöglicht ihm ein selbstständiges Leben. Die Ausbildung solcher Hunde ist aber sehr teuer. Seit 2006 organisiert Peter Diriwächter deshalb regelmässig Benefizabende, deren Erlös vollumfänglich in die Ausbildung von Blindenführ- und Assistenzhunden fliesst.

Peter Diriwächter war ein Teenager, als ihm der Augenarzt eröffnete, dass er blind werde. Erst wollte er es nicht wahrhaben. Doch die vererbte Netzhauterkrankung war nicht behandelbar. Heute erkennt Peter Diriwächter nur noch schemenhafte Konturen. Die Behinderung hat er mittlerweile akzeptiert. «Und ich fühle mich wieder gut.» Auch dank Blindenführhund Lucky. Der Königspudel trägt viel dazu bei, dass Peter Diriwächter mit seinem Korbflecht-Atelier ein selbstständiges Leben führen kann. Er sieht dies als Privileg, das er gerne an andere weitergibt.

2006 ging sein erster Benefizanlass über die Bühne, mit dem Komiker Peach Weber als Attraktion. Der Abend war auch finanziell ein Erfolg. So kam jedes Jahr ein weiterer Anlass dazu. Durch die Abende führt immer ein prominenter Moderator, hinzu kommt jeweils ein Showblock mit Schweizer Unterhaltungskünstlern.

Viele treue Helfer

«Möglich ist das nur dank meinen treuen Helfern», so der 50-Jährige. Sie unterstützen ihn beim Organisieren, kleben Plakate oder bereiten Sandwiches und Kuchen für die Anlässe zu. Dies ist wichtig, denn Peter Diriwächter will, dass jeder gespendete Franken in die Ausbildung eines Blindenhundes geht.

Wem die Einnahmen zugutekommen, entscheidet jeweils ein Gremium aus den auftretenden Künstlern, Sponsoren, freiwilligen Mitarbeitenden und Facebook-Fans. Beim letzten Anlass profitierte Wanja davon: Der Assistenzhund wird für Martin ausgebildet, der wegen einer Krankheit im Rollstuhl sitzt und sich nichts sehnlicher wünscht als einen vierbeinigen Helfer.

Die Ausbildung eines offiziellen Blindenhundes dauert sechs bis neun Monate, kostet rund 65 000 Franken und wird zu zwei Dritteln durch Spendengelder finanziert, ein Drittel stammt von der IV. Unabhängig ausgebildete Führ- und Assistenzhunde wie Behindertenbegleithunde, Diabetiker-Warnhunde und Autismusbegleithunde sind um einiges günstiger, die späteren Halter müssen die Finanzierung jedoch selber organisieren.

«Genau dort möchten wir helfen. Denn nicht jeder hat ein paar tausend Franken zur Verfügung. Wir überprüfen jeden einzelnen Fall genau und unterstützen dort, wo es wirklich nötig ist.» Peter Diriwächter ist es dabei wichtig, dass es alles seriöse Projekte von seriösen Ausbildungsstätten sind.

Der berührendste Moment

An seinen Benefizabenden hat Peter Diriwächter viel Schönes erlebt. Dort konnte er auch viele Freundschaften knüpfen. Am meisten berührt hat ihn der Moment, als ihm der Ausbilder seines neuen Hundes Lucky dessen Ausbildungskosten von 10 000 Franken schenkte, weil dieser derart von seinem Engagement beeindruckt war. Eigentlich wollte Peter Diriwächter mit den Benefizabenden eine Pause einlegen, doch dann kam die Nomination zum NAB-Award. «Ich bin selten sprachlos – aber als ich davon hörte, war ich es.» Ihm hat diese Wertschätzung neuen Schub verliehen, um weiterzumachen. Hund Lucky wedelt dabei zustimmend mit dem Schwanz.