Nagra
Peter Beyeler zur Nagra: «Das Vertrauen wird erschwert»

Der Aargauer Baudirektor Peter Beyeler weilt in den Ferien und beantwortet die Fragen zum Tiefenlager. Beyeler spricht von erschwertem Vertrauen nach den Vorwürfen an die Nagra und von den Abklärungen des Kantons.

Interview: Hans Lüthi
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Regierungsrat Peter C. Beyeler.

Regierungsrat Peter C. Beyeler.

André Albrecht

Was sagen Sie als Aargauer Baudirektor zum Vorwurf, die Nagra habe die Standorte für ein Tiefenlager schon bestimmt?

Peter C. Beyeler: Die Vorwürfe habe ich in der Zeitung gesehen, aber es handelt sich nicht um ein offizielles Dokument. Beim ganzen Prozess muss die Sicherheit oberstes Gebot haben.

Man bekommt den Eindruck, alles sei schon gelaufen und die ganze Mitwirkung eine Farce.

Das darf nicht der Fall sein, die ganzen Sachplan-Verfahren sind korrekt abzuwickeln. Die Zuständigkeiten müssen eingehalten werden. Der Entscheid liegt nicht bei der Nagra, sondern beim Bundesamt für Energie und am Schluss beim Bundesrat.

Aber ist jetzt viel Vertrauen verspielt worden?

Das Vertrauen wird sicher durch diesen Vorfall erschwert. Der ganze Partizipationsprozess ist ohnehin sehr schwierig und erfordert einen enormen Aufwand, speziell für Personen ohne Kenntnis der Materie. Ein solches Papier wirkt sich negativ auf eine konstruktive Mitwirkung aus.

Was zieht die Aargauer Regierung für Schlüsse für die künftigen Lagerstandorte?

Der Sachplan gilt, wir können und wollen ja nicht aufgrund von Medienberichten eine andere Haltung einnehmen. Die Abklärungen des Kantons sind klar ins Zentrum zu stellen. Die Regierung will grundsätzlich kein Tiefenlager im Aargau. Das einzige Kriterium muss der beste und sicherste Standort für die radioaktiven Abfälle sein. Diese Haltung ändert sich nicht und gilt auch für die Zukunft.

Wie geht es jetzt weiter, wenn die Standortregionen annehmen müssen, ihre Arbeit sei nur eine Alibiübung?

Das wird sicher Diskussionen geben, aber ein internes Papier darf nicht die regionale Partizipation ausser Kraft setzen. Andernfalls wären die Beteiligten zu Recht vor den Kopf gestossen. Für die Lösung der schwierigen Aufgabe braucht es ein grosses Engagement aller Beteiligten.