Auch das Amt für Verbraucherschutz muss sparen. Der Personalbestand wurde deshalb um drei Stellen reduziert. Das hat Konsequenzen. So können in der Mikrobiologie keine Lehrstellen mehr angeboten werden und in der Analytik werden statt drei künftig nur noch zwei Lernende ausgebildet.

Die Reduktion von 71 auf 68 Vollzeitstellen hatte aber auch Auswirkungen auf die Lebensmittelkontrolle. Die Anzahl der Inspektionen sank von rund 3800 auf 3400. Zudem sei die Infrastruktur des Labors in einem bedenklichen Zustand, moniert Amtsleiterin Alda Breitenmoser.

Doch auch unter diesen erschwerten Bedingungen müssen sich die Aargauerinnen und Aargauer keine Sorgen machen: Der Jahresbericht zeigt, dass das Amt seine Aufgaben trotzdem erfüllt: Es schützt die Menschen vor schädlichen Einflüssen durch Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände; es sorgt für die Gesundheit und das Wohlergehen der Tiere und für den korrekten Umgang mit Chemikalien und Organismen. Dies geschieht vor allem durch tausende Kontrollen und Test, die immer wieder Erstaunliches zutage fördern und im Jahresbericht auf 113 Seiten aufgelistet sind.

Kritik an Pfeffer und Grüntee

Zuerst Erfreuliches: Eine 2016 durchgeführte Kontrollkampagne zeigte, was Weich- und Frischkäse betrifft, ein durchaus positives Bild. Von 95 untersuchten Produkten waren lediglich vier Proben zu beanstanden. Auch bei den Eiswürfeln hat sich die Situation deutlich verbessert: Waren 2015 noch mehr als ein Drittel der Proben zu beanstanden, lag die Quote 2016 nur noch bei knapp 20 Prozent. Auch was das Pouletfleisch betrifft, gibt es gute Nachrichten: Alle 25 untersuchten Proben enthielten weder unerlaubtes Fremdwasser noch nicht deklarierte Zusatzstoffe.

Schlimm sieht es hingegen beim Pfeffer aus: Bei 16 Pfefferkontrollen handelte es sich entweder gar nicht um Pfeffer, der Pfeffer war mit Reismehl gestreckt oder er war verunreinigt. Bei ihrem Gang durch das aargauische Gemüseangebot stiessen die Kontrolleure auch auf in der Schweiz verbotenen, gentechnisch veränderte Gemüsepapaya.

Eine schlechte Nachricht auch für alle Grünteetrinker: In über 40 Prozent der 38 untersuchten Proben wurden Höchstwertüberschreitungen von Pestiziden nachgewiesen. Schlechte Resultate brachte auch die Maroni-Kontrolle. Von 10 Proben mussten fünf beanstandet werden; den Rekord hält die Portion Maroni, die 56 Prozent ungeniessbare Exemplare enthielt. In einer Probe wurden gar lebende Schädlinge gefunden.

Gefährliche Fasnachtskostüme

Das Amt testete auch Gebrauchsgegenstände in Bezug auf Sicherheit. Zum Beispiel Fasnachtskostüme bezüglich Brennbarkeit. Dabei mussten zwei von 12 Kostüme aufgrund Gesundheitsgefährdung vom Markt genommen werden. Um welche Art von Kostümen es sich dabei gehandelt hat, lässt der Bericht allerdings offen.

Auch mit Trinkwasserverunreinigungen hatte sich das Amt zu befassen. Speziell war insbesondere diejenige, welche durch ins Reservoir eingewanderte und darin ertrunkene Mäuse verursacht wurde.

Zu rühmen ist dafür die Badewasserqualität in den Freibädern, nur in zwei Prozent der geprüften Bäder wurde ein erhöhter Harnstoffgehalt festgestellt.

Im Aargau gibt es 45 vom Kanton bewilligte und beaufsichtige Schlachtbetriebe. Der Bericht meldet, dass im ganzen Kanton 28'990 Schweine, 9744 Rinder und 169 Pferde ordnungsgemäss geschlachtet wurden. Das entspricht knapp 1,2 Prozent der in der ganzen Schweiz geschlachteten Tiere dieser Tierarten.

Dem Veterinärdienst wurden 571 Vorfälle mit Hunde gemeldet. Auffällig dabei, dass zunehmend Beissvorfälle mit kleinrassigen Hunden registriert worden sind.