Ein 72-jähriger pensionierter Lehrer aus der Region Zofingen musste sich letzte Woche vor Gericht verantworten. Ihm wurden sexuelle Handlungen mit unter 16-jährigen Kindern, mehrfacher Pornografie und Beschäftigung von Ausländern ohne Bewilligung vorgeworfen.

Das Bezirksgericht Zofingen verurteilte den Mann, nach Anrechnung der Untersuchungshaft, zu einer bedingten Geldstrafe von 161 Tagessätzen à 30 Franken, mit einer Probezeit von zwei Jahren. Zudem muss er eine Busse von 800 Franken bezahlen. Vom Vorwurf der sexuellen Handlungen mit Kindern wurde er aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Mann suchte pornografische Bilder

Es soll im Sommer 2002 passiert sein, als sich der Beschuldigte und ein 14-Jähriger in der Region Zofingen getroffen haben. Bei dieser Begegnung sollen sich die beiden abwechslungsweise nackt fotografiert haben. Der Mann liess sich angeblich auch vom Knaben fotografieren, während er einen Penisring benutzte. Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm warf dem Beschuldigten deshalb vor, ein Kind unter 16 Jahren in eine sexuelle Handlung einbezogen zu haben. Gemäss Anklageschrift habe er den 14-Jährigen mit Absicht zum Zeugen seiner sexuellen Handlung gemacht.

Nebst dem soll der pensionierte Lehrer im Internet nach kinderpornografischem Material gesucht haben. Die Bilder speicherte er laut Anklageschrift zwischen 2010 und 2012 auf seinem Computer ab, druckte sie aus und fertigte von manchen Bildern Kopien an.

Aus alten Klassenfotos und sonstigen Abbildungen ehemaliger Schüler habe der Mann 2011 kinderpornografische Abbildungen hergestellt. Von den Fotos soll er die Köpfe der Jugendlichen ausgeschnitten und auf pornografische Abbildungen wie beispielsweise nackte Männerkörper geklebt haben.

Diese kinderpornografischen Fotomontagen dienten ihm angeblich auch als Vorlage für das Erstellen von kinderpornografischen Zeichnungen. Gemäss Anklageschrift hatte der Beschuldigte mindestens seit 2007 bis zu seiner Verhaftung am 2. März 2012 das kinderpornografische Bildmaterial in seiner gesamten Wohnung an den Wänden und an den Decken gut sichtbar aufgehängt. Gewissen bekannten, aber auch unbekannten Personen habe er dieses verbotene Bildmaterial in seiner Wohnung zugänglich gemacht.

Weiter wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten vor, von März 2010 bis November 2011 einen russischen Staatsangehörigen ohne entsprechende Bewilligung beschäftigt zu haben.

Dieser hätte diverse Arbeiten im Haushalt und Garten vornehmen müssen, unter anderem auch Holzhacken. Entlohnt habe er den Russen nebst Kost und Logis mit insgesamt 17 893 Franken. Dem Beschuldigten wird deshalb vorgeworfen, er habe vorsätzlich einen Ausländer beschäftigt, der in der Schweiz nicht zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit berechtigt gewesen sei.

Teilweise schuldig gesprochen

Zuletzt sprach das Gericht den ehemaligen Lehrer schuldig wegen des Herunterladens, Abspeicherns, Ausdruckens und Kopierens von verbotener Pornografie aus dem Internet.

Das Material habe er zugänglich gemacht, indem er Personen Zutritt zu seiner mit kinderpornografischen Bildern tapezierten Wohnung gewährte. Wegen des Erstellens von Fotomontagen aus Klassenfotos konnte der 72-Jährige nicht verurteilt werden.

Es habe sich nicht feststellen lassen, wie alt die Personen auf den Fotos zum Zeitpunkt der Aufnahme gewesen seien, begründete das Gericht seinen Entscheid. Bezüglich der Beschäftigung von Ausländern ohne Bewilligung befand ihn das Gericht ebenfalls für schuldig.