Talk Täglich

Penaltys, Benzinpreis und Kündigungen – die Aargauer Ständeratskandidaten im Schlussspurt

Von Penalties, Benzinpreisen und Kündigungen – so ticken die vier Aargauer Ständeratskandidaten

TV-Auftritt: Die Aargauer Ständeratskandidaten vor dem zweiten Wahlgang am 24. November im TalkTäglich.

Ruth Müri sieht ihren Rückstand auf Thierry Burkart nicht als Hypothek, Marianne Binder kann nicht als Mann nach Bern und für Hansjörg Knecht erledigt sich die Frauenfrage von selbst. Eindrücke aus dem Ständerats-Talk vor der Wahlentscheidung.

Wie aus dem Lehrbuch: Es sind zwei Frauen und zwei Männer, die im Rennen um den zweiten Ständeratssitz stehen. Schön aufgeteilt sitzt links Ruth Müri von den Grünen neben Marianne Binder von der CVP. Auf der rechten Seite von Moderator Rolf Cavalli, geben sich die Herren Thierry Burkart (FDP) und Hansjörg Knecht (SVP) die Ehre.

Die Ausgangslage: die Frauenfrage und Knechts Penalty

Die Grüne Ruth Müri sieht ihre 32'000-Stimmen-Rücklage aus dem ersten Wahlgang nicht als Hypothek, zumal sie auf die volle (oder zumindest den nicht-monetären Teil) der Wahlkampfmaschinerie Cédric Wermuths zählen kann. Zudem sei sie überzeugt, dass sie auch für die Mitte wählbar sei.

Marianne Binder (CVP) möchte nach Bern und muss das gezwungenermassen als Frau tun, weil sie ist nunmal eine Frau und möchte gewählt werden. Und schliesslich: Hansjörg Knecht (SVP) schlottern angesichts seines «Penaltys», den er sich mit dem guten Ergebnis im ersten Wahlgang herausgeholt hat, keine Knie. Ihm sei die Frauenthematik auch wichtig, sagt er, um sogleich klarzustellen: «Wenn man die Entwicklung anschaut, wurden noch nie soviel Frauen gewählt. Ich glaube, das stellt sich automatisch ein, da braucht es keine Quote». Ah, und Thierry Burkart ist auch noch da. Der unbestrittene Topfavorit, der es nicht als Enttäuschung ansieht, dass er im ersten Wahlgang noch nicht gewählt wurde. Er habe das immer gesagt, bei sovielen Kandidaten sei das kaum möglich.

«Wieviel soll denn jetzt Benzin kosten, Frau Müri?»

Kurz in Bedrängnis gerät Müri, als Burkart kurzerhand die Moderatorenrolle übernimmt und seinen Zeigefinger zu Höchstleistungen aufläuft. «Sagen Sie jetzt, Frau Müri, für welchen Benzinpreis werden Sie stimmen?» Es muss nicht erwähnt werden, dass auf Cavallis Frage, wer dem im Ständerat beratenen CO2-Gesetz zustimmen würde, auf der linken Seite der Gesprächsrunde mehr Bewegung herrscht als auf der rechten. Erst nach kürzerem und längerem Zögern heben auch Binder und Burkart den Arm. Zustimmung von allen Seiten also, ausser vom Vertreter der SVP. Einig ist man sich im Pro-Lager dabei natürlich noch lange nicht.

Was bedeutet eigentlich diese Begrenzungsinitiative?

Zum Schluss kam die Runde auf die wohl heisseste Volksabstimmung nächstes Jahr zu sprechen, die Begrenzungsinitiative der SVP (auch Kündigungsinitiative genannt, weil sie das Ende der Presonenfreizügigkeit mit der EU bedeuten würde). Für die bedeutet die Initiative die Isolation der Schweiz (Binder), für den anderen schlicht ein Anliegen des Volkes (Knecht):Drei der vier Talk-Gäste sehen das Ende der bilateralen Verträge und somit grösste Probleme für den Aargau und die Schweiz, falls diese Initiative Zustimmung finden sollte. Burkarts Ratschlag an Knecht: Er solle doch den Initiativtext nochmals lesen.

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