Bundesratswahl

Peinlich: Weiss FDP-Kandidat Maudet nicht, dass der Aargau ein Grenzkanton ist?

Der Genfer Staatsrat Pierre Maudet hat eine verwirrende Aussage zur Vertretung von Grenzkantonen im Bundesrat gemacht.

FDP-Bundesratskandidat Pierre Maudet sieht die Grenzkantone im Bundesrat nicht vertreten. Das sagte er in einem Interview. Blöd nur: Mehr als die Hälfte der Bundesräte stammt derzeit aus einem Grenzkanton. Zum Beispiel Doris Leuthard aus dem Aargau. Eine kleine Nachhilfe in Geografie.

Die FDP-Kandidaten für die Nachfolge von Bundesrat Burkhalter machen derzeit fleissig Werbung für sich selbst. Pierre Maudet ist in einem Interview mit "Luzerner Zeitung" nun über das Ziel hinausgeschossen. Der Genfer sagte: "Es wäre beispielsweise wichtig, einen Bundesrat aus einem Grenzkanton zu haben. Deren Anliegen werden zu wenig aufgenommen." 

Es kann ja sein, dass die Wünsche der Grenzkantone im Bundesrat zu wenig Gewicht haben. Nur dürfen sie sich nicht darüber beklagen. Sie sind nicht etwa unter-, sondern wenn schon übervertreten: Vier von sieben amtierenden Bundesräten stammen aus einem Grenzkanton. Wir fragen uns: Weiss Herr Maudet nicht, dass Doris Leuthard aus dem Kanton Aargau mit einer langen Grenze zu Deutschland kommt? Oder dass Ueli Maurers Heimatkanton Zürich ebenfalls die Grenze mit Deutschland teilt? Auch der scheidende Didier Burkhalter (Neuenburg) und Guy Parmelin (Waadt) sind Grenzkantönler (zu Frankreich).

Was die Grenzgänger angeht, ist etwa der Aargau zwar nicht ganz so stark betroffen wie Genf oder das Tessin. Doch auch am Hochrhein nimmt die Zahl der deutschen Grenzgänger kontinuierlich zu.

Wird Maudet tatsächlich Bundesrat, sei ihm empfohlen, nochmals die Schweizer Karte zu studieren. (mwa)

Bundesratskandidat Pierre Maudet im Interview: «Sonst haben wir nur graue Mäuse im Bundesrat»

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