Es gibt viele Gründe, gegen den Arzt Ingo Malm voreingenommen zu sein. Der Mediziner wurde bereits in Deutschland mehrfach wegen Finanzdelikten verurteilt. 2012 ist er in der Schweiz mit seiner Praxis Konkurs gegangen, 2014 wurde ihm die Berufsausübungsbewilligung als Arzt entzogen.

Nichtsdestotrotz gründete er im gleichen Jahr ein Ärztezentrum in Berikon, dem er als Verwaltungsratspräsident vorsteht. Seither hat er Schulden von über einer Million Franken angehäuft.

Unter anderem soll er die Beiträge für AHV und BVG sowie die Löhne für seine Angestellten nicht bezahlt haben. Die Liste von Ingo Malms Verfehlungen ist lang. Nun hat Regierungsrätin Franziska Roth gegen Malm Strafe eingereicht.

In der Sendung «TalkTäglich» des Fernsehsenders TeleM1 diskutiert Moderator Kaspar Loeb mit Ueli Bürgi, dem Vizepräsidenten des Ärzteverbands Aargau, und SVP-Grossrat Daniel Aebi darüber, wie es Malm überhaupt gelingen konnte, im Aargau eine Praxis zu eröffnen, nachdem er im Kanton Bern keine Bewilligung erhalten hatte. Und wieso Malm so lange praktizieren konnte, ohne dass die Behörden reagierten.

Die ganze Sendung zum Nachschauen:

Skandalarzt Malm wütet weiter

Skandalarzt Malm wütet weiter

Trotz Arbeitsverbot im Aargau gibt es Hinweise, dass Skandalarzt Ingo Malm wieder selber praktiziert. Was dagegen tun? Haben die Behörden versagt?

«Keine saubere Sache»

Doch Ingo Malm hat nicht nur Gegner. «Herr Malm ist ein hervorragender Arzt», sagt sein Freund und Patient Gustav Roten (73). Roten fühlt sich in der Obhut von Malm wohl, mehr noch: «Ingo Malm hat mir zweimal das Leben gerettet», sagt er in der Sendung «TalkTäglich». «Ich hatte noch nie einen besseren Diagnostiker, der so präzis auf die Krankengeschichte eines Patienten eingehen kann.» Auf die Frage, ob Malm auch ein anständiger Kerl sei, wollte Roten nicht antworten.

Roten ist Vorsorgefachmann. «Ingo Malm hat schon einmal Konkurs gemacht und hat jetzt 1,83 Millionen Schulden. Da müsste es Ihnen ja gefürchig werden», sagt Moderator Kaspar Loeb zu Ingo Malms Freund. «Das ist sicher keine saubere Sache», sagt Roten. Doch Malms finanzielle Angelegenheiten würden ihn nichts angehen.

Malm soll wieder praktizieren dürfen

Gustav Roten habe schon versucht, Malm auf seine finanziellen Probleme anzusprechen. «Doch dann dreht er sich um und geht.» Roten findet es daneben, dass Malms Kompetenz als Arzt angezweifelt wird. «Hunderte von Leuten sagen, dass er ein ausgezeichneter Arzt ist», sagt Roten.

Dass Malm die Prämien seiner Angestellten nicht bezahle, sei zwar ein No-Go. Aber Malm sei, was das Finanzielle angehe, schon immer ein Chaot gewesen.

Die Zukunft von Ingo Malms Ärztezentrum ist ungewiss. Viele der angestellten Ärzte und Praxisassistentinnen stammen ebenfalls aus dem Ausland und sind auf ihren Chef angewiesen. Roten möchte, dass Malm als Mediziner wieder praktizieren kann. «Ingo braucht einen Finanzmanager.» Er könne diesen Job nicht übernehmen, da er ihm zu nahe stehe. (jgl)