Ständerätin Pascale Bruderer ist ganz klar das starke Zugpferd für die Aargauer SP im Wahljahr. Der eher radikale Co-Parteipräsident Cédric Wermuth lobte am Nominationsparteitag in Boswil die eher gemässigte Politikerin über alle Massen. Während früher der Ständerat der Hort des Konservatismus war, sei er heute die letzte Chance, dass «die moderne Schweiz nicht vollständig bachab geht».

Und das sei jahrelanger Aufbauarbeit der ganzen Schweizer SP, nicht zuletzt aber auch Pascale Bruderer zu verdanken. Für den fussballbegeisterten Wermuth ist sie «eine klassische 10». Der Aargau könne sich glücklich schätzen, über eine solche Nummer 10 mit sicherem politischem Gespür und taktischem Feingefühl zu verfügen.

Der Clou: Sie habe zwar nie Fussball, aber Handball gespielt, und das tatsächlich mit der Nummer 10, wie Bruderer sagte. Sie versprach, einen «starken, präsenten» Wahlkampf zu führen. «Ihr gebt mir die Kraft dafür, das ist die Basis, um mich für den ganzen Aargau einzusetzen», rief sie den Genossen zu.

Dass die Bestellung der Nationalratsliste nicht ganz so harmonisch verlief wie die Nomination der Ständeratskandidatin, dafür sorgten wieder einmal die Juso. Die Kandidaten müssten in ihren Wahlunterlagen (auf den im Saal verteilten Personalbögen fehlten entsprechende Angaben) Transparenz über ihre finanziellen Verhältnisse schaffen, forderte Präsident Sascha Antenen mit Verweis auf die Juso-Initiative, die an der Urne immerhin 44 Prozent Ja-Stimmen erreichte.

Und zweitens passte den Juso die Listengestaltung nicht: Die ersten drei Plätze waren für die Bisherigen reserviert, die nächsten drei für die Kandidaten, die schon vor vier Jahren dabei waren. Dadurch ergab es sich, dass auf den ersten sechs Plätzen nur zwei Frauen zu finden sind. Der Antrag auf eine frauenfreundlichere Listengestaltung scheiterte aber knapp.

Nominiert und in dieser Reihenfolge auf der Liste aufgeführt sind: Cédric Wermuth (wird neu den Bezirk Zofingen vertreten), Yvonne Feri (Baden), Max Chopard (Baden), Martin Killias (Lenzburg), Viviane Hösli (Zofingen), Jürg Knuchel (Aarau), Colette Basler (Laufenburg), Gabi Lauper Richner (Lenzburg), Tobias Leuthard (Aarau), Alessandra Manzelli (Brugg), Claudia Mauchle (Kulm), Arsène Perroud (Bremgarten), Andrea Rey (Muri), Claudia Rohrer (Rheinfelden), Sacha Schenker (Brugg) und Gabriela Suter (Aarau).

Entschieden gegen Sparpaket

Vor allem die noch weniger bekannten Kandidatinnen und Kandidaten werden bereits in den kommenden Wochen im kantonalen Abstimmungskampf um das Gesetz zur Umsetzung der Leistungsanalyse Gelegenheit haben, sich an Strassenaktionen zu präsentieren. Fraktionspräsident Dieter Egli schoss am Parteitag einmal mehr scharf gegen das Sparpaket, es führe zu einem massiven Leistungsabbau.

Im zur Abstimmung kommenden Gesetz seien zwar die schlimmsten Punkte gar nicht enthalten, dennoch gehe es darum, in einem engagierten Abstimmungskampf ein Zeichen zu setzen gegen solche Sparpakete, «mit denen Steuergeschenke für Reiche finanziert werden». Es gehe darum, «ob wir es der bürgerlichen Mehrheit erlauben, den Kanton kaputtzusparen», so Egli.

Für die zweite kantonale Abstimmung über das Feuerwerk-Verbot resultierte eine Stimmfreigabe: Nachdem die Geschäftsleitung zwar die Nein-Parole beantragt hatte, Grossrat Martin Christen vom Initiativkomitee aber darauf aufmerksam machte, dass er schliesslich von Parteimitgliedern aufgefordert worden sei, etwas gegen die Knallerei zu unternehmen.

Bei den eidgenössichen Abstimmungen empfiehlt die SP Aargau ein Nein sowohl zur CVP-Familieninitiative wie zur Initiative der GLP, mit der die Mehrwertsteuer durch eine Energiesteuer abgelöst werden soll.