SP Aargau

Parteiversammlung in der eigenen Stube: Kandidaten stellen sich erstem Online-Hearing

Die SP Aargau hielt am Samstag ihr erstes von zwei Hearings für ihre Regierungsratskandidatur ab, die Genossen trafen sich dafür online.

Wegen der Coronakrise verlegt die SP die interne Ausmarchung für die Regierungsratskandidatur zum grössten Teil ins Internet. Abgestimmt wird brieflich, der erste Wahlgang findet am 25. April statt. Am Samstagnachmittag versammelten sich über 80 Delegierte zum ersten Online-Hearing um die drei Kandidierenden, die Aarauer Stadträtin Franziska Graf und die Grossräte Dieter Egli und Marco Hardmeier, zu prüfen.

Sie war ein Experiment, diese erste Parteiversammlung per Videokonferenz. Dabei war eigentlich vieles wie immer. Die Etikette - Anstand und keine Verunglimpfung Kandidierender - soll bitte eingehalten werden, sagte Parteipräsidentin Gabriela Suter einleitend. Auch der Ablauf war der gleiche, wie bei einem herkömmlichen Treffen: Zuerst beantworteten die Kandidierenden Fragen des Gesprächsleiters, dann votierten ihre jeweiligen Fürsprecher und schliesslich war die Runde für Fragen aus dem Publikum geöffnet.

Die Versammlung begann pünktlich und endete eine halbe Stunde nach der eigentlich vorgesehenen Zeit. Auch das war online nicht anders als bei analog geführten Parteiversammlungen. Dass es länger dauerte lag denn auch nicht am Medium sondern am Interesse der Genossen, die viele Fragen an die Kandidierenden hatten. Gesprächsleiter Andreas von Gunten hatte die Versammlung im Griff. Zwei mal fiel die Konferenz zwar für ein paar Sekunden zusammen, wesentliche technische Probleme blieben aber aus.

Kleiner Blick ins Privatleben der Parteimitglieder

Dennoch war es eben doch anders als sonst. Die Genossen trafen sich über die Software Zoom im virtuellen Raum, einige wählten sich per Telefon ein. Auf dem Bildschirm sah man die Teilnehmenden, die sich in ihren Wohnzimmern oder privaten Büros, teilweise auch auf der Terrasse oder im Kinderzimmer, befanden. Und man sah, was sie dort tun. Ein Joghurt essen, zum Beispiel. Oder, wie Nationalrat Cédric Wermuth, ein Kleinkind an der Versammlung teilhaben lassen. Manche richteten sich ausgiebig die Haare, andere wechselten ihren Sitzplatz mehrfach oder informierten, bei geöffnetem Mikrofon, ihre Mitbewohner, dass sie sich gerade an einem Parteitag befinden. Das störte die Versammlung keineswegs, es lockerte sie höchstens etwas auf.

Inhaltlich bot der Anlass keine Überraschungen. Franziska Graf, Marco Hardmeier und Dieter Egli vertreten die Positionen der SP klar und sind sich in ihren Haltungen weitgehend einig.

auptthemenstränge waren der Umgang mit der Coronakrise und ihren Folgen, sowie die Tatsache, dass derzeit keine Frau im Aargauer Regierungsrat sitzt und die SP bei den Wahlen daran etwas ändern könnte. Auch letzteres wurde (noch) nicht kontrovers diskutiert, Gleichstellung hat bei der SP Priorität, was auch die beiden Männer in der Kandidierendenrunde unterstrichen. Eine offensichtliche Favoritenrolle hat darum nach der Veranstaltung vom Samstag niemand der drei inne, ebenso wenig fällt jemand deutlich ab.

Trotz lockerem und ungewohntem Rahmen wurde der Anlass davon überschattet, dass SP-Regierungsrat Urs Hofmann seit Ende letzter Woche wegen seiner Covid-19-Erkrankung in Spitalpflege ist. Mehr, als ihm mehrfach alles Gute zu wünschen, konnten die Sozialdemokraten in diesem Punkt leider nicht tun.

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